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Ein nachdenklich stimmender Erfolg

«Medizin für 530 000 Franken entsorgt», Ausgabe vom 12. Dezember
Adrian Haueter-Zumbühl,

Man kann wirklich von einem Erfolg sprechen, dass dem Aufruf des Gesundheitsamts Obwalden und der Fachstelle für Gesundheitsfragen so viele Folge leisteten und ihre nicht mehr benötigten oder abgelaufenen Medikamente zurückgebracht haben. Ein Erfolg, dass diese Medikamente nicht im Hausmüll sorglos entsorgt werden. Ein Erfolg hinsichtlich dem im Artikel erwähnten Schutz von besonders sensiblen Menschen oder Kindern, dass Medikamente nicht einfach zu greifen sind.

Doch nun kommt das grosse Aber. Warum kommt es so weit, dass wir so viele Tonnen Medikamente einfach zu Hause an Lager haben, für die wir keine Verwendung mehr haben? Zudem ist der finanzielle Aspekt nicht weniger alarmierend. Während des Sammelmonats November wurden Medikamente mit einem Wert von 530000 Franken zurückgegeben, alleine in Obwalden. Hochgerechnet auf die Schweizer Bevölkerung ergäbe sich ein Betrag von zirka 100 Millionen. Hinzu kommen all jene Medikamente, die unter dem Jahr zurückgegeben werden oder trotz allem im Hausmüll landen.

Da wäre doch nicht nur das Sammeln von Medikamenten von Interesse, sondern auch die Suche nach Ursachen: Wurde die Hausapotheke zu üppig ausgestattet? Oder handelt es sich hauptsächlich um ärztlich verschriebene Medikamente, die nicht oder nur teilweise eingenommen wurden? Waren die Verpackungseinheiten zu gross im Vergleich zum Bedarf? Sind die Ablaufdaten zu kurz ausgelegt? Ist es zu verlockend, grosse Packungen zu kaufen, da pro Einheit weniger bezahlt werden muss als für eine kleine Packung?

Nur wenn wir wissen, warum dem so ist, kann man auch Prävention betreiben, um gar nicht erst einen so übermässigen Rücklauf von Medikamenten promoten zu müssen. Direkt und sofort anfangen können wir beim behutsamen Umgang mit der Hausapotheke und indem wir überlegen, was wir wirklich benötigen und in welcher Menge. So kann jeder selber sein Portemonnaie entlasten, Ressourcen schonen und Sondermüll vermeiden. Die Gesundheitsindustrie macht sich deswegen kaum Sorgen, Hauptsache die Kassen klingeln. Somit bleibt auch die Frage im Raum stehen, wer denn Prävention betreiben soll und will.

Adrian Haueter-Zumbühl, Kantonsrat CVP, Sarnen

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