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«Eine solche Aussage ist zynisch, realitätsfremd und inakzeptabel»

Zum Thema «Abschaffung des Mieterschutzes»

Die Aussage eines SVP-Poli­tikers von letzter Woche – es brauche keinen Mieterschutz mehr, dieser könne abgeschafft werden; man könne dies der freien Marktwirtschaft über­lassen, weil es ja immer einen gewissen Stand von leer stehenden Wohnungen gebe – darf nicht unwidersprochen bleiben. Eine solche Aussage zeugt von «Volksferne», ist zynisch, realitätsfremd und inakzeptabel. Es ist ein Hohn gegenüber all den vielen Menschen in unserem Lande, die in bescheidensten Wohnverhältnissen leben (vor allem auch viele Familien und Senioren) und denen aus finanziellen Gründen keinerlei Möglichkeiten nach Veränderung offenstehen, weil es für sie keinen bezahlbaren Wohnraum gibt (leer stehende Wohnungen sind bekanntlich Wohnungen in der oberen Preiskategorie). Unser Land braucht Politiker mit ganzheitlichem Blick und wahrer Volksnähe und der Fähigkeit, der Realität derjenigen Menschen ins Auge zu sehen, die in unserem Lande mit kleinem Einkommen ihr Leben «fristen» müssen, obwohl sie arbeiten oder aus schicksal­haften Umständen armuts­betroffen sind. Sie mit argwöhnischen Blicken zu «schubladisieren», ist zynisch.

Es gibt immer mehr Menschen, die mit kleinem Budget auskommen müssen, obwohl sie voll arbeiten, die sich keine Ferien leisten können, für die eine Bahnfahrt (mit Familie) oder ein Kaffee in einem Restaurant nicht ohne weiteres drinliegt und die sich vor allem nicht getrauen, sich Vermietern gegenüber zu wehren und Reklamationen anzubringen aus Angst, eine Kündigung zu riskieren.

Ich würde vielen Politikern anraten, sich in die langen Warteschlangen von Menschen einzugliedern, die anstehen, um eine leer stehende preisgünstige Wohnung besichtigen zu dürfen, oder jahrelang danach suchen, damit sie sich ein realistischeres Bild der Situation vieler Menschen in unserem Lande machen können. Es braucht Mut, denn es bedeutet, den eigenen Blick zu weiten und hinzusehen, wie es wirklich steht in unserem Lande, wo sich die Schere zwischen Arm und Reich immer mehr öffnet und alles immer mehr der freien Marktwirtschaft überlassen wird.

Wenn Gier, Macht und Geld, Gewinnoptimierung sowie egoistisches Denken und Handeln der Antrieb bleiben, stellt das den gesellschaftlichen Zusammenhalt in Frage und öffnet feudalistischen Tendenzen Tor und Tür, und das ist unklug und nicht zukunftsorientiert. Engstirnige Moti- vationen und Ansichten sind Quelle von Leid für andere und letztlich für uns selbst. Führungspositionen – sei es in Politik, Gesellschaft oder Wirtschaft – sind privilegierte Positionen und beinhalten Verantwortung für das Gesamtwohl einer Gesellschaft und darüber hinaus. Diese Verantwortung sollte nicht egoistisch motiviert sein, sondern von einem ganzheitlichen Denken, von Weisheit, Demut, Mitgefühl, Liebe zum Wohle von Mensch, Tier und Natur getragen sein.

Zum Glück und dank vieler engagierter Menschen – seien es Politiker, Organisationen, Parteien oder private Personen – wird das gelebt; das ist hoffnungsvoll!

Claire Strebel, Hünenberg

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