Emotionen verhindern eine sachliche Analyse

Zur Abstimmung in Nidwalden vom 26. November über den 10-Millionen-Kredit für den Flugplatz Buochs
Daniel Daucourt, Oberdorf

Eins vorneweg, auch für mich ist der Flugplatz etwas Wichtiges. Ja, ohne Flugplatz können weder Pilatus noch weitere Firmen wie zum Beispiel Alpinlift überleben. Auch kenne ich viele Personen, die ihren Lebensunterhalt bei Aviatikfirmen oder Zulieferern verdienen. Natürlich bin ich – wie jeder Einwohner des Kantons – für einen Flugplatz in Nidwalden.

Bei der Abstimmung vom 26. November geht es eben nicht um «Flugplatz ja oder nein», sondern lediglich darum, ein Finanzierungs- und Beteiligungsmodell anzunehmen oder abzulehnen. Für mich ist klar: Der Kanton wird Geld in den Flugplatz stecken müssen, die Frage ist wie. Und wenn die landrätliche Finanzkommission die jetzt vorliegende Finanzierungslösung ablehnt, ist sie entweder schlecht, oder mindestens darf man sich schon einige Fragen stellen.

Wieso informiert also die Regierung so einseitig? Sie wurde betreffend Inhalt des Abstimmungsbüchleins vor Gericht gerügt. Und kann mir jemand erklären, wieso im Moment in Nidwalden eine echte Hexenjagd herrscht? Wer gegen die angedachte Lösung ist, wird als Flugplatzgegner abgestempelt. Wer sich gegen das Finanzierungsmodell engagiert, wird verunglimpft, ja sogar über seitengrosse Inserate in den lokalen Anzeigeblättern. Auch halten Befürworter Brandreden und erlauben sich verbale Entgleisungen.

Dieses Klima bedauere ich sehr, da Emotionen bekanntlich eine sachliche Analyse verhindern, hier vom Abstimmungsobjekt. Wer sich die Mühe nimmt, die Sache genauer anzuschauen, merkt rasch, dass einiges nicht stimmt. Der Umfang des Infrastrukturausbaus oder der Flugbetriebserweiterung ist unklar, der Businessplan geht von Annahmen aus, die illusorisch sind. Nur aufgrund dieser Unklarheiten und Ungereimtheiten könnte man schon getrost Nein abstimmen.

Gegen punktuelle und objekt- gebundene Subventionen an den Flugplatz habe ich wirklich nichts einzuwenden. Aber gegen 10 Millionen jetzt, dazu durch die Beteiligung an die Airport Buochs AG noch eine zukünftige Investitionsverpflichtung von 50 Prozent sowie eine Defizitgarantie auf ewig. Für die Finanzkommission des Landrats geht es definitiv zu weit. Auch für mich ist dieser Blankoscheck unverantwortlich, deshalb stimme ich am 26. November Nein.

Daniel Daucourt, Oberdorf

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