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Empörung wegen harmloser Variante

«Der Umzugswagen mit dem N-Wort» und Zehn kleine Negerlein», Ausgaben vom 15. und 18. Februar

Ob das N-Wort am Fasnachts-Umzugswagen richtig oder falsch war, möchte ich hier offen lassen. Ich bin sehr dafür, wenn dieses Wort aus dem allgemeinen Wortschatz herausfällt, ausser man braucht es für sich selbst, wenn man sich vorkommt wie ein N...

Dazu eine Geschichte: gestern Aschermittwoch kam ich mit einer Dame ins Gespräch. Sie wuchs in einer Gemeinde des Kantons Zug auf. Wir redeten über Fasnachtskostüme und dazu erzählte sie aus ihrer Jugend. Um 1950 war ihre Erstkommunion. Im Jahr darauf mussten sie als «Negerli» verkleidet, jeweils zu zweit im Ort auf Betteltour für die richtigen «Negerli» gehen.

Nichts dagegen, dass die «Negerli» abgeschafft wurden. Ich gehe davon aus, dass der Stolz dieser Menschen den Kindern von damals die Batzen zurückgibt. Oder waren diese der Grundstock für die Finanzierung von Schleppern? Weil Bewohner vom afrikanischen Kontinent sich gezwungen sehen, den Obolus selber abzuholen, da gemäss ihrem generationenübergreifenden Gewohnheitsrecht nichts mehr, oder zu wenig zu ihnen kommt?

Alles klar? Alles Klar! Wir schaffen das!

Josef Frick, Zug

Ob man das spöttische «d Neger im Urwald» auf dem Fasnachtswagen der Wagenbaugruppe «Big Nobody» aus Unterägeri lustig, plump oder daneben findet, ist Ansichtssache. Doch dass sich die Autorin des Artikels deswegen «unangenehm in die 70er Jahre zurückversetzt» fühlt und gar den Vergleich zu «einem immer wiederkehrenden Albtraum» zieht, scheint mir übertrieben.

Spott und Dünkel gehören zum menschlichen Verhaltensrepertoire. Sich bei jeder an sich harmlosen Variante davon gleich moralisch zu empören, hat etwas Weinerliches, Humorloses, ja schon fast Hysterisches.

Etwas mehr Gelassenheit in Bezug auf menschliche Makel und etwas mehr Ehrlichkeit sich selbst gegenüber würden den gesellschaftlichen Diskurs wohl eher entschärfen. Denn der grosse und der kleine Dünkel finden sich überall. Die meisten von uns haben ihre kleine Einbildung mit der sie auf andere herabschauen. Schwierig oder gar böse wird es erst, wenn man es selbst nicht merkt und sich im Vollgefühl der eigenen Rechtschaffenheit empört.

Dagmar Sutter, Oberägeri

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