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Leserdebatte

Ernährung: Was für die Konsumenten zählt

Zur Abstimmung über die Fair-Food-Initiative und die Initiative zu Ernährungssouveränität am 23. September

Im Unterschied zu Politikern wissen viele Konsumentinnen sehr wohl, was sie wollen: Produkte von hoher Qualität, hergestellt unter fairen Bedingungen und unter Schonung der Umwelt. Wenn in der Auswahl die Billigware aus ausbeuterischer Produktion aus den Regalen verschwindet, ist das ganz in ihrem Sinn und keine Bevormundung, sondern ein Schritt weiter in den Bemühungen um existenzsichernde, gerechtere Löhne in der Schweiz und anderswo. Die Produktionsbedingungen von Bäuerinnen sind weltweit so verschieden, dass schrankenloser Freihandel gnadenlos jene bevorteilt, welche am billigsten und rücksichtslosesten produzieren. Die beiden Vorlagen wollen das korrigieren. Das hat seinen Preis – aber wer sagt, dass der voll auf die Konsumenten abgewälzt wird?

Lis Haupt, Ruswil


Als produzierender Landwirt bin ich gar nicht glücklich über die aktuelle Agrarpolitik. Sei es wegen der Bevormundung, der unsägliche Bürokratie oder der vielen Fehlanreize, welche uns die Agrarpolitik 2014-17 beschert hat. Als die beiden Agrarinitiativen angekündigt wurden, hatte ich deshalb grosse Sympathien für beide und erhoffte mir, dass sie eine Verbesserung für den Bauernstand bringen. Ist doch beispielsweise der Grenzschutz in einem Hochpreisland wie der Schweiz von zentraler Bedeutung. Leider beinhalten die beiden Initiativen noch zusätzlich ein Sammelsurium von Forderungen, welche letztlich zum Teil gar nicht umsetzbar sind und insbesondere die Probleme der Bauern nicht lösen. Falls internationale Handelsrechte verletzt würden, könnte ich damit noch leben. Mir ist aber schleierhaft, wie man die geforderten Schweizer Tierschutz-, Umwelt- und Sozialstandards von im Ausland produzierten oder hergestellten Lebens- und Futtermittel glaubwürdig kontrollieren will, ohne dass ein riesiges Heer an Kontrolleuren und Beamten aufgestellt wird.

Willi Knecht, Kantonsrat SVP, Geiss


Bei beiden Initiativen meinen die Initianten, sie unterstützten die schweizerische Landwirtschaft. Dies ist aber ein Trugschluss. Stattdessen wird die Nachfrage nach heimischen Produkten stark zurückgehen, da durch ihre die Forderungen schweizerische Agrarprodukte verteuert werden, womit der Einkauftourismus gefördert wird. Leider denken die meisten Konsumenten beim Einkaufen nicht mehr daran, dass die Produkte fair oder für den Produzenten kostendeckend hergestellt werden, sondern es geht nur noch um den Preis!

Mit den beiden Initiativen wird auch ein gewaltiger Bürokratieapparat in Gang gesetzt. Die Schweizer Landwirtschaft leidet sonst schon an einem Korsett von Vorgaben, Reglementen und Richtlinien, die ein unternehmerisches, nachhaltiges Handeln verunmöglichen. Wer wirklich die schweizerische Landwirtschaft unterstützen will, der soll beim Einkaufen Acht geben, dass er schweizerische Produkte mit hohen Standards saisonal einkauft, und nicht Importware! Das Einkaufsverhalten der Konsumentinnen und Konsumenten lenkt auch das Angebot und wirkt sich auf den Markt aus.

Richard Brunner, Rain, Vorsitzender FDP-Fachpool Landwirtschaft

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