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Leserbrief

Erziehung: Die «freien» Kinder waren sich selbst überlassen und teils verwahrlost

«1968: Freiheit – bis zur Überforderung», Ausgabe vom 13. Juli

Der Artikel widmet sich der 68er-Nachkriegsgeneration. In den Schrecken und Wirren dieser Zeit wollte man den Gehorsam als Kriegs-Grundübel radikal brechen.

Bei den Kindern setzte man an und war sich sicher, man wird es besser machen als die eigenen Eltern. Nur schon die Vorstellung, Kinder zu erziehen, wurde verpönt und verschrien. Erst wenn man Kinder frei gewähren lasse, würden sie zu autoritätsresistenten Persönlichkeiten.

Die Realität holte damals alle ein. Die «freien» Kinder waren unfreiwillig sich selbst überlassen und teils so vernachlässigt und verwahrlost, dass sie kein würdiges Gefühl entwickeln konnten, für sich und für andere nicht.

Sich einreihen in die Gemeinschaft, einen Beitrag leisten fürs Gemeinwohl, Verantwortung übernehmen, all das war ihnen fremd.

Ich vermute, diesen «Lebendversuch» haben wir nie ausgewertet. Denn wie viele heutige Eltern plagen sich mit denselben Themen ab? Mir kommt es vor wie ein sich Drehen im Kreis und um das eigene gut-Dastehen-Wollen. Betont locker und allzeit souverän wollen wir herüberkommen, als Eltern wie auch als Lehrer. Alle sollen sehen: Kinder sind unsere gleichberechtigten Partner. Und niemand darf merken, dass uns das Ganze eigentlich entsetzlich anstrengt. Wir sehen zwar, dass unsere zögerliche oder fehlende Führung dem Kind schadet. Wir ahnen, dass sie der menschlichen Natur zuwiderläuft und zu nichts taugt.

Das Leben lehrt uns tagtäglich, dass ohne Ziel, ohne entsprechende Lebensführung und Disziplin und ohne Konsequenzen daraus nichts Wirkliches entsteht. Das ist Erziehung – sich selbst und dem Kind gegenüber.

Diese Einführung in die Lebensrealität darf keinem Kind vorenthalten werden.

Claudia Meier-Preuschoff, Oberkirch

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