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Es braucht jetzt ein Umdenken

Zum Rückgang der Insekten
Mariann Hess, Kantonsrätin Alternative-die Grünen, Unterägeri

Die Paradise Papers, Fussball und die Eröffnung der Mall of Switzerland verdrängten letzte Woche eine beängstigende Tatsache mit unabsehbaren Folgen für uns alle: der drastische Rückgang der Insekten. Innert knapp 30 Jahren ging die Biomasse der Fluginsekten in Untersuchungsgebieten Deutschlands um gut 75 Prozent zurück. Die Folgen sind nicht vorstellbar, weil sie komplex sind und auf verschiedensten Ebenen wirken. Es geht nicht um eine lästige Mücke, sondern um die beschleunigte Tendenz des Artensterbens weltweit. Allein in der Schweiz leben 25000 verschiedene Insektenarten, mehr als ein Drittel von ihnen sind gefährdet und stehen auf roten Listen. Es gibt mir zu denken, dass solche Meldungen kein gebührendes Echo auslösen.

Die Insekten sind für uns überlebensnotwendig, denn sie bestäuben die Blüten der Mehrheit unserer Nahrungspflanzen und sind unverzichtbare Rädchen im Gefüge der Ökosysteme. Ebenso bilden sie die Nahrungsgrundlage für verschiedenste Lebewesen, unter anderem für viele Vogelarten. Hauptursache des zunehmenden Artenverlusts in der Schweiz ist der Verlust von Lebensräumen. Verhängnisvoll sind auch die Insektizide, die vor allem in der intensiven Landwirtschaft eingesetzt werden, aber auch in Privatgärten und öffentlichen Grünflächen.

Doch es gibt Lösungen. Den grössten Einfluss haben wir bei der Wahl unserer Nahrungsmittel. Denn so entscheiden wir jeden Tag, welche Art von Landwirtschaft wir unterstützen wollen. Die intensive, umweltschädliche, welche möglichst billige Ware produziert und gleichzeitig Foodwaste fördert. Oder die umweltschonende, biodiversitätsfördernde Landwirtschaft, welche unsere Lebensgrundlage sichert und entsprechend teurer ist.

Alle sind gefragt, es braucht jetzt ein Umdenken. Heute sind es die Fluginsekten – und morgen? Wir alle haben es in der Hand: in der Wahl unseres Essens, der Art und Weise, wie wir mit unseren Mitlebewesen im Garten umgehen und nicht zuletzt durch Einflussnahme in Gesellschaft und Politik.

Mariann Hess, Kantonsrätin Alternative-die Grünen, Unterägeri

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