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«Sollen die Kantonsbeiträge bei Musikschulen gekürzt werden?», Ausgabe vom 26. April
Urs Mahnig, Musikschulleiter Region Willisau, Willisau

Oliver Imfeld legt die Gründe dar, welche für die Reduktion der Kantonsbeiträge in der Höhe von 1,8 Millionen Franken sprechen. Als langjähriger Musikschulleiter, mit Einsitz in verschiedenen kantonalen Arbeitsgruppen, war ich gelinde gesagt erstaunt, wie Musikschulgeschichte zurechtgebogen werden kann. Dass «der staatliche Eingriff (im Musikschulwesen) in die Eigenverantwortlichkeit der Eltern» erst 2003 erfolgte, entbehrt jeglicher Grundlage. Die meisten Musikschulen wurden in den 70er-Jahren gegründet und von Anfang an stark subventioniert. Zudem haben die Kantonsbeiträge an Musikschulen eine weit über 30-jährige Tradition.

2004 wollte sich der Kanton ganz aus dem Musikschulwesen zurückzuziehen. Als Folge rief der Verband Luzerner Gemeinden nur eineinhalb Jahre später in eigener Regie eine Arbeitsgruppe ins Leben mit dem Ziel «einer koordinierten Entwicklung der Musikschulen im Kanton Luzern». Viele Gemeinden waren nämlich mit der eigenverantwortlichen Führung einer Musikschule überfordert.

Die Einsicht, dass die Musikschulbildung nur bei einem koordinierten Zusammenspiel aller wichtigen Partner funktioniert, führte schliesslich zu Musikschulinitiative und Gegenvorschlag des Kantonsrates. Dass mit dem Einbezug der Musikschulen ins Bildungsgesetz «Musikvereine und Chöre geschwächt» wurden, gehört endgültig ins Reich der Fantasie. Blasmusikformationen wären heute weder personell noch finanziell in der Lage, den Nachwuchs auszubilden. Zudem hat sich inzwischen eine fruchtbare Zusammenarbeit zwischen Kanton und Gemeinden ergeben, basierend auf kantonalen Rahmenbedingungen und finanzieller Unterstützung. Mit der Halbierung der Kantonsbeiträge wird diese sinnvolle Zusammenarbeit zwischen Kanton und Gemeinden ausgehöhlt, denn sie funktioniert nur bei einer angemessenen finanziellen Beteiligung durch den Kanton. Ob DJ Bobo je Musikschulunterricht nahm, entzieht sich meiner Kenntnis. Wäre er heute im Musikschulalter, würde er mit seiner Ausstrahlung eine Musikschulband zum Rocken bringen. Denn auch für zukünftige Stars ist es heute eine Selbstverständlichkeit, erste Schritte in einem gut funktionierenden Musikschulumfeld zu tun – und erst recht für alle andern.

Urs Mahnig, Musikschulleiter Region Willisau, Willisau

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