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Es braucht weitere Schritte

«Asylsuchende: Einmonatige Praktika im Gewerbe», Ausgabe vom 4. Juli
Kathrin Becht, Verein Zu-Flucht, Meggen

Die einmonatigen Praktika für Flüchtlinge sind bereits seit Februar ohne bürokratische Hürden via Dienststelle Asyl und Flüchtlingswesen (DAF) bewilligbar. Da hat der Kanton einen wichtigen Schritt gemacht. Asylsuchende können dadurch erste Erfahrungen in der schweizerischen Arbeitswelt machen. Zur nachhaltigen Arbeitsintegration müsste aber unbedingt ein nächster Schritt mit Praktika bis zu zwölf Monaten gemacht werden, mit monatlich ansteigenden Löhnen, die nach einer zu definierenden Zeitspanne in den branchen­üblichen Mindestlohn münden würden.

Wir vom Verein Zu-Flucht haben seit Februar bereits gegen 20 Asylsuchende in diese Art von einmonatigen Praktika integriert. Dies dank der vielen offenen Arbeitgeber im Gastrobereich, unter den Landschaftsgärtnern und in Garagen. Der grosse Haken ist aber, dass der Kanton nach einem Monat den Schlusspunkt setzt. Grössere Arbeitgeber haben die von uns Freiwilligen begleiteten «Praktikanten» direkt zum Minimallohn angestellt – begabte Asylsuchende, die dem Kanton nun nicht mehr zur Last fallen. Kleinere KMU können sich diese Kosten nicht leisten.

Ein Landschaftsgärtner aus der Region wollte seinen Praktikanten behalten, hat im Vertrag für den zweiten Monat 1800 Franken, für den dritten Monat Praktikum stattliche 2000 Franken Lohn gesprochen. Das Amt für Migration hat die Zusage verweigert. Zurück bleiben ein frustrierter Arbeitgeber, ein Asylsuchender, der erneut am Sozialtropf hängt, und ein Kanton, der eigentlich froh sein sollte über die direkten Mehreinnahmen. Es klemmt auf höchster Ebene im Luzerner Sozialdepartement, wo der politische Wille für bessere Integrationsmassnahmen in den Arbeitsmarkt klar fehlt. Der Kanton schreit nach Geld. Jeder arbeitende Flüchtling bringt direkte Mehreinnahmen, was der Regierungsrat paradoxerweise zu übersehen scheint. Er scheint auch das Ticken der Zeitbombe zu überhören, bis in ein paar Jahren Ghettos von schlecht integrierten und untätigen Ausländern die Sozialkosten in den Luzerner Gemeinden explodieren lassen.

Kathrin Becht, Verein Zu-Flucht, Meggen

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