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Leserbrief

Es gibt keine verlässlichen Daten über dieses Hilfsmittel

«Virtueller Physiotherapeut: Physio fürs Wohnzimmer», Ausgabe vom 31. Oktober

Eine Krankenkasse hat letzte Woche im Rahmen einen virtuellen Physiocoach vorgestellt. Dieser soll in seiner Endversion – momentan ist nur ein Prototyp vorhanden – Patienten bei den Übungen unterstützen. Bis zur Marktreife soll es gemäss Berichten noch zwei Jahren dauern. Es gibt also keine verlässlichen Daten darüber, ob der virtuelle Physiocoach überhaupt funktioniert und Patienten bei der Zielerreichung in der Physiotherapie adäquat unterstützen kann.

Physioswiss fordert auch für digitale Hilfsmittel, dass sie den Kriterien von evidence-based medicine genügen (eine Vorgehensweise des medizinischen Handelns, individuelle Patienten auf der Basis der besten zur Verfügung stehenden Daten zu versorgen, die Red.). Es ist daher absolut störend, dass im Artikel der virtuelle Physiocoach mit den vermeintlich «hohen» Kosten in der Physiotherapie vermischt wird, ohne überhaupt valide Daten über den Nutzen zu haben. Dies umso mehr, als die Versicherer sich seit Jahren dagegen wehren, dass Tarifpositionen für Robotik oder Telephysiotherapie überhaupt in den Leistungskatalog aufgenommen werden. Offenbar ging es dieser Krankenkasse nur darum, eine Medienmitteilung dazu zu nutzen, den Patienten zu unterstellen, dass sie Übungen «nicht oder falsch» machen, und dass die Physiotherapiekosten zu hoch seien. Wir verwahren uns gegen diese Unterstellung. Jeden Tag werden von Physiotherapeutinnen qualitativ hochstehende Leistungen erbracht und jeden Tag bemühen sich Patienten, ihrem Ziel wie Arbeitsfähigkeit, Selbstständigkeit, Schmerzfreiheit etwas näher zu kommen. Dies macht im Übrigen 2 Prozent der Gesundheitskosten aus. Wie viel kostet wohl die Entwicklung des virtuellen Physiocoach? Werden wir dies je erfahren? Und wer wird die technischen Hilfsmittel bezahlen?

Pia Fankhauser, Vizepräsidentin physioswiss, Sursee

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