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Es herrschen miserable Bedingungen für Velofahrer

Zu den Velowegen in und um Luzern
Patrick Steinle, Zug

Wegen der Blockade des Bahnhofs Luzern legte ich meinen Arbeitsweg vor zwei Wochen mit dem Velo zurück. Und war schockiert. Um die vierspurige Hauptstrasse durchs Rontal zu umgehen, auf der ich alle paar Meter von einer Ampel ausgebremst werde, fahre ich im Zickzack hügelauf und hügelab auf Schleichwegen. Vorwärtskommen geht anders. Immerhin komme ich vom Bahnhof Ebikon bis ins Maihof-Quartier auf der Kaspar-Kopp-Strasse gut voran und fühle mich sicher. Aber dann: Stau, Abgase, Busse, die mich an den Rand quetschen, mehrspurig im Karacho durch die Stadt – vom Maihof über den Löwenplatz und die Seebrücke bis zum Bahnhof der blanke Horror.

Nach diesem Nahtod-Erlebnis wähle ich am nächsten Tag die nationale Veloroute. Die ist zwar viel länger, verläuft dafür idyllisch entlang der Autobahn – äh, Entschuldigung, der Reuss. Im Unterschied zur Nationalstrasse ist die nationale Veloroute nicht asphaltiert, trotz gutem Wetter zirkle ich um Schlammlöcher herum, Velo und Kleider leiden. Dafür ist die Stadteinfahrt ähnlich wie auf der Autobahn: enge, dunkle Unterführungen. Anschliessend zwingen mich Schranken auf Schritttempo herunter, im Zickzack geht’s über die Reuss und zurück. Über Fussgängerstreifen und im Baustellenbereich darf ich das Velo schieben – eine nationale Veloroute habe ich mir anders vorgestellt. Und zu spät bei der Arbeit bin ich auch noch.

Fazit: Meine Hochachtung gilt all den Velofahrenden in Luzern, die sich von den miserablen Bedingungen nicht entmutigen lassen und Tag für Tag todesmutig darauf verzichten, auch ins Auto zu steigen und noch mehr Stau, Lärm und Gefahr zu verursachen. Es wird ihnen schlecht gedankt. Den Verantwortlichen für Politik und Verkehrsplanung würde meine Hochachtung dann gelten, wenn auch für Velofahrende sichere, direkte und komfortable Verbindungen eine Selbstverständlichkeit wären.

Bis das so weit ist, werde ich sicher nicht an so gut gemeinten, aber gemeingefährlichen Aktionen wie «Bike to work» teilnehmen. Und beim nächsten Zugausfall werde ich Luzern auch wieder in einer dicken, lärmigen Blechkiste heimsuchen. Sorry.

Patrick Steinle, Zug

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