Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Konto per E-Mail erhalten.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

«Es steht so im Gesetz» ist das Totschlagargument

«Ufzgi sind in Zug fest verankert», Ausgabe vom 20. März
Barbara Vollmeier, Oberwil

Ich habe den Artikel schon dreimal gelesen und suche immer noch nach guten Argumenten für Hausaufgaben. Bis auf das Totschlagargument «Es steht so im Gesetz» (vergleichbar mit «Früher war alles besser») habe ich nichts gefunden. Diskussion abgewürgt.

Gleichzeitig sitze ich am Familientisch, während meine Kinder über ihren Hausaufgaben brüten. Leider habe ich vergessen, Striche zu machen, wie oft sie in dieser Zeit «Mami, kannst du mal kommen?» gesagt haben. Unsere Realität deckt sich so gar nicht mit der Box, auf die bezüglich Hausaufgaben verwiesen wird. Die Deckungsgleichheit in der Schule zwischen Theorie und Praxis klafft meines Erachtens sowieso recht weit auseinander.

Nicht ohne Grund lanciert die VPOD auch eine Petition und ist ob des Gesundheitszustands der Lehrpersonen beunruhigt. Was heisst denn das für die Schüler, wenn Lehrpersonen am Rand der Erschöpfung arbeiten? Ich wage zu behaupten, dass sie den Druck an die Schüler weitergeben, dass sie die Geduld schnell verlieren, und dass das Lernumfeld auch für die Kinder ungesund wird. Die Folge davon sind Schüler mit Depressionen und Burnout-Symptomen sowie Familien, deren Alltag massiv vom Thema Schule beherrscht wird. Und dann will mir unser Bildungsdirektor weismachen, dass unsere Kinder schon genug Freizeit hätten? Ich wünschte mir, dass dieser Gedanke zu Ende gedacht worden wäre. Das hiesse dann nämlich, dass musische Fächer und Sport nicht über Jahre gekürzt worden wären und die (Aus-)Bildung dieser Fähigkeiten in der Schulzeit Platz hätte. Würde heissen, dass auch in diesen Fächern Fachpersonen unterrichten und dadurch an Wert gewinnen würden. So müssen aber alle Familien, die ihren Kindern einen Ausgleich zum kopflastigen Unterricht bieten wollen/können, ihre Freizeit dafür einsetzen. Oder jedenfalls das, was von der unterrichtsfreien Zeit noch übrig bleibt. Bei dieser Rechnung sind nämlich Langeweile und Erholung noch nicht eingerechnet. Diese fällt leider meist unter den Tisch. Der Vorstoss der Gemeinde Kriens ist mehr als begrüssenswert und zeitgemäss. Wenn sich Zug weiterhin mit dem Label «familienfreundlich» schmücken will, sollte auch dieses Thema ernsthaft angeschaut und überprüft werden. Sehr geehrter Herr Schleiss. Ich lade Sie hiermit herzlich ein, eine Woche lang die unterrichtsfreie Zeit in unserer Familie zu verbringen und mitzuerleben, wie das so funktioniert mit Alltag, Schule, Hausaufgaben und Freizeit.

Barbara Vollmeier, Oberwil

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.