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Leserbrief

Es wäre kein Drama, wenn die Wohnbevölkerung abnähme

«Ich hoffe, es liegt nicht an der Hautfarbe», Ausgabe vom 25. Juli

Der UNO-Technokrat Eugenio Ambrosi und der Korrespondent Remo Hess stellen in dieser Zeitung die These auf, der alternde Kontinent Europa sei dringend auf die Einwanderung von jungen Fachkräften angewiesen. Bereits diese Bestandesaufnahme ist für die Schweiz, sofern man die damit unterstellten neoliberalen Altersprognosen überhaupt billigt, gar nicht erfüllt: Die Geburtenrate ist schon länger positiv. Wobei auch bekannt ist, dass ein Durchschnittskind, die Gesellschaft rund 100000 Franken mehr kostet, als es ihr bis zum Lebensende je zurückzahlen wird.

In unserer überbevölkerten Welt wäre es kein Drama, wenn die Wohnbevölkerung wieder etwas abnähme. Der Schweiz ging es auch zu meiner Primarschulzeit mit 6,5 Millionen Einwohnern hervorragend.

Aus dieser marktfundamentalistischen Bestandesaufnahme jedenfalls – zieht Remo Hess dann, Ambrosi nachbetend, die Folgerung, der effizienteste Weg das Geschäftsmodell der Schlepper zu zerstören, sei die Schaffung von legalen Migrationswegen über Einwanderungskontingente. Preisfragen: Warum sollte es irgendeinen Migrationswilligen von der Migration abhalten, wenn sein Nachbar einer der wenigen glücklichen Gewinner einer Greencard-Lotterie ist? Macht das die westlichen Sozialsysteme für ihn weniger attraktiv?

Warum darf man eigentlich ohne Pass in unsere zu völlig anderen Zwecken errichteten Sozialsysteme einwandern, obwohl laut unserem geltenden Migrationsgesetz bereits die Einreise ohne Pass verboten ist und während einem Asylverfahren sofort und unter aller Mitwirkungspflicht die Reisepapiere und Identitätsausweise abgeben werden müssen? Über diesen starken «Pullfaktor» verliert der Jurist Ambrosi keine Silbe. Er hält eine Vollversorgung durch Dritte (vom Zahnarzt über die Wohnung bis zum MRI) offenbar für ein grundsätzliches Menschenrecht. Ist es aber nicht.

Die Anspruchshaltung wird damit meiner Erfahrung nach auch ganz und gar nicht kleiner. Im Gegenteil.

Yannick Hagmann, Luzern

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