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Falscher Umgang mit preiswertem Wohnraum in der Stadt

«Gartenstadt rüstet sich für Gericht», Ausgabe vom 16. März
Adrian Hürlimann, Zug

Der Widerstand gegen den Abriss von 13 Wohnblöcken im Gartenstadtquartier ist keineswegs das Hobby der linken Politikerin Astrid Estermann, wie der Artikel vom 16. März insinuiert.

Vielmehr kämpft eine breite Bewohnerschaft seit zwei Jahren für die Erhaltung des einzigen preiswerten Wohnraums im Kanton. Das haben 1265 Petitionsunterschriften und zwei Quartierfeste gezeigt. Das Gartenstadtquartier, benachbart dem Komplex der Landis + Gyr – seit 1929 das Schwergewicht der Stadtzuger Industrie –, ist nicht umsonst als Isos mit Erhaltungsziel A zertifiziert.

Dass die zwischen den inventarisierten älteren Einfamilienhäusern quer durch das Areal durchlaufenden anderthalb Zeilen mit den 13 Wohnblocks, erbaut um 1950, von der Erhaltung ausgenommen sind, leuchtet keineswegs ein.

Im Gegensatz zu Luxussiedlungen wie dem Edenpark (Hasebüel) stehen und standen sie niemals leer. Die Heimstätte AG mit sechs Blocks (übrigens inventarisiert, mit 36 Wohnungen) ist denn auch bald einmal aus dem superlativen Vorhaben ausge­stiegen.

Die Neuüberbauung zwischen Aabach- und Hertistrasse lässt die grünen Lücken zwischen den Häusern schrumpfen, um eine grössere Ausnützung und damit mehr Profit zu ermöglichen. Eine zentrale Parkgarage soll mehr Autos als die heute parkierten aufnehmen. Damit sich die Blechkarossen nicht erkälten? Dazu soll die ­Hertistrasse auf halber Strecke aufgehoben und zu einer Einfahrt werden und nicht mehr in die Aabachstrasse münden.

Allein die wohl zehn Millionen Franken für das stolze Stück werden die Mieten der 85 Wohnungen auf das Doppelte treiben. Bahnhofsnähe, autofreie Quartiere in Zürich – alles kein Thema. Die Entsorgung der Ausländerlastigkeit zu Gunsten eines «gesunden Mixes» hingegen schon.

Stadtplaner Harry Klein hat mit den Besitzern Familia und Gebäudeversicherung Beispiele in Zürich besucht, die machbare, moderate Renovationen (Grundrisse, Dämmung) ermöglichen. Umsonst – denn in Zug heisst es klotzen, nicht kleckern!

Bleibt zu hoffen, dass die Genossenschafter der Familia das Projekt ablehnen werden – sowohl die der 21 betroffenen Wohnungen wie die – sicher solidarischen – Bewohnerinnen und Bewohner der vier weiteren Siedlungen der gemeinnützigen Institution.

Adrian Hürlimann, Zug

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