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Leserbrief

Fragen zur Kündigung von Pfarrer Werner Fleischmann

«Küssnachter wollen Pfarrer zurück», Ausgabe vom 20. Juni

Erstens macht es mich persönlich sehr betroffen und traurig, dass unser sehr beliebter, von Jung und Alt sehr geschätzter, volksverbundener Pfarrer Werner Fleischmann, ein ausserordentlich beliebter Seelsorger, trotz seines Fehlverhaltens, das ich keineswegs rechtfertigen möchte, auf diese Weise unsere Pfarrei verlassen musste. Und ich bin sicher, dass ich mit dieser Meinung vielen Menschen aus dem Bezirk Küssnacht aus dem Herzen spreche. Ich habe zu diesem sehr unrühmlichen Absetzen des Pfarrers noch einige Fragen. Wenn es stimmt, dass Werner Fleischmann schon 2011 bei Bischof Vitus Huonder vorstellig geworden ist und seine Spielschulden und damit seine Spielsucht bekannt gab, wie auch indirekt um Hilfe gebeten hat, warum haben Bischof Huonder und der Bischofsrat es versäumt, mit dem Kirchenrat Küssnacht Kontakt aufzunehmen, um gemeinsam, zusammen mit Werner Fleischmann, notwendige, konkrete Schritte zur Behebung der Probleme in die Wege zu leiten?

Offenbar haben der «fachlich kompetente Rechtsanwalt», die vom Kanton Graubünden empfohlene und unterstütze Schuldenberatungsstelle und die fachpsychiatrische Abklärungsstelle, Bischof und Bischofsrat allesamt die Situation falsch eingeschätzt oder falsche Massnahmen ergriffen – oder klar ausgedrückt, kläglich versagt. Wie weit wurde Werner Fleischmann in dieser langen Zeit systematisch und psycholgisch kompetent begleitet und betreut? Ich hege hier meine Zweifel. Ich teile auch die Meinung nicht, dass mit einem einvernehmlichen Zusammenarbeiten seitens des Bischofsrates und des Bischofs persönlich mit dem Kirchenrat es zu einer automatischen Kündigung des Arbeitsverhältnisses geführt hätte. Hat man in Chur diese sechs Jahre weggeschaut oder «verschlafen» und folglich auch verhindert, dass der Schuldenberg weiter ansteigen konnte?

Bistum und Kirchgemeinderat haben dann übereinstimmend, wie es in der Presse hiess, entschieden, dass der Pfarrer aufgrund der neuen Erkenntnisse nicht länger im Amt bleiben kann. Es wurde ihm seitens des Bistums empfohlen, seine Demission einzureichen. Also hat man ihn, wohl massiv, unter Druck gesetzt, bis er dann seine Demission von allen Ämtern einreichte. Der kirchlich-klerikale Legalismus hat einmal mehr über Barmherzigkeit gesiegt.

Ich meine, mit dieser Freistellung hat man Fleischmann sozusagen auf die Strasse gestellt und ihn der Möglichkeit beraubt, durch eine weitere Anstellung in Küssnacht seine Schulden allmählich abzuzahlen. Denn ohne Anstellung wird das für ihn unmöglich sein.

Hat man sich in Chur und in Rom auch schon mal gründlich auseinander gesetzt, warum Priester in letzter Zeit vermehrt «Fehlverhalten» zum Opfer gefallen sind, seien dies sexueller Missbrauch von Kindern und willigen Erwachsenen, Spiel- und Alkoholsucht etc.? Auch die Priester sind Menschen mit materiellen, seelischen und geistigen Bedürfnissen wie wir alle. Und wenn diese Bedürfnisse unterdrückt werden (müssen) entstehen Stress, seelische Einsamkeit und Frustration. Auch die Priester sind keine Maschinen, keine Arbeitstiere, denen man immer mehr Auf- gaben aufbürden kann. Ich wünschte mir dringendst, dass angesichts dieser Vorfälle der Pflichtzölibat endlich abgeschafft und auch Priestern gestattet wird, eine Partnerschaft zu leben. Vielleicht würde damit einige Suchtverhalten von Priestern unterbunden.

Peter Baumann, Küssnacht

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