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Leserbrief

Frauen sollen gleich lange arbeiten wie Männer

Eine Erhöhung des Rentenalters schein unumgänglich. Da sollen auch die Frauen mitziehen. Insbesondere, weil sie aufgrund der grösseren Lebenserwartung länger auf die AHV angewiesen sind.

Einmal mehr werden bestehende Probleme in der Vorsorge anstatt gelöst in die Zukunft verschoben. Der Vorschlag des Bundesrates zur Sanierung der AHV hinkt. Während die Angleichung des Frauenrentenalters einen Schritt in die richtige Richtung ist, machen Kompensationen 40 Prozent der Einsparungen wieder zunichte.

Ich frage mich an dieser Stelle, was eine Kompensation rechtfertigt? Wir Frauen beziehen aufgrund unserer höheren Lebenserwartung im Durchschnitt 21 Prozent länger Rente. Für mich ist es nur logisch, dass ich als Frau gleich lange arbeite wie meine Kollegen – und zwar ohne Kompensation. Bundesrat Berset sagte bei der Vorstellung der Massnahmen zur Sanierung der AHV bereits, dass eine nächste Reform kommen muss – und zwar in den nächsten zehn Jahren. Kommt Ihnen diese Aussage auch bekannt vor? Genau, schon bei der vom Volk abgelehnten AV2020-Vorlage fehlte es an zukunftsorientierter Nachhaltigkeit.

Es ist Zeit, den Tatsachen ins Auge zu blicken: Um eine Erhöhung des Rentenalters kommen wir nicht herum. Beissen wir in den sauren Apfel, folgt die süsse Belohnung: ein starkes, stabiles Vorsorgesystem, welches für alle Geschlechter und Generationen einen geruhsamen Ruhestand gewährleistet.

Jill Nussbaumer, Kantonsratskandidatin 
Jungfreisinnige/FDP Cham

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