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Freiwilligenarbeit: Wer sie organisieren sollte

«Freiwillige: Kanton prescht vor», Ausgabe vom 29. April

Im Bericht lese ich, dass der Kanton der Caritas Luzern nach dem Entzug des Auftrags der Betreuung Asylsuchender nun auch die Freiwilligenarbeit wegnehmen will. Ich stehe seit Jahren in Kontakt mit einer afghanischen Familie, helfe bei der Integration und werde dabei von der Caritas fachkundig begleitet und unterstützt.

Als Mitglied des Trägervereins der Caritas engagiere ich mich freiwillig, weil ich mich mit dem Auftrag und den Zielen dieser Non-Profit-Organisation identifiziere. Die Caritas verfügt über ein grosses Netzwerk. Viele Freiwillige leisteten (wie ich) einen mehrjährigen Einsatz in der Entwicklungszusammenarbeit und bringen interkulturelle Erfahrung mit. Caritas lädt die Freiwilligen zu Austausch und Weiterbildung ein und unterstützt sie, wo sie es wünschen. Der Kanton täte gut daran, die Koordination der Freiwilligen bei der Caritas zu lassen. Als Bürger zahle ich meine Steuern, bin aber nicht bereit, «gewissermassen in staatlichem Auftrag» Freiwilligenarbeit zu leisten. Der Kanton lockt Unternehmen mit Tiefststeuern. Gleichzeitig kürzt er die Mittel im Bildungs- und Sozialbereich. Den Gerichten gesteht er zu wenig Finanzen zur Bekämpfung von Wirtschaftskriminalität zu. Es gäbe wirklich Dringenderes, als einer Non-Profit-Organisation jenen Auftrag zu entziehen, den sie vorbildlich ausführt.

Urs Keel-Krüsi, Betriebsökonom FH, Emmenbrücke

Es ist sicherlich bedauerlich, dass der Kanton nun auch noch die Freiwilligenarbeit – von der Caritas weg – an sich reisst. Mit all den Umstrukturierungen hat er leider seine besten Leute, wie den Asylexperten Ruedi Fahrni, zum Davonlaufen veranlasst.

Doch eigentlich lassen uns die Machtkämpfe in den oberen Etagen kalt. Wir Freiwillige brauchen keinen kantonalen Koordinator. Es geht uns um die Sache, deshalb suchen wir die Begegnung und die Nähe zu den Asylsuchenden direkt in unseren Gemeinden. Hier wird eine Basis des Vertrauens zu den fremden Zugezogenen geschaffen. Hier geht es darum, Ängste und Abwehr in der Bevölkerung in wohlwollende Akzeptanz umzukehren, nicht im Kantonsrat, nicht in der anonymen Kantonsverwaltung. Warum schwerfällige, teure Strukturen auf höchster Ebene schaffen, wenn es bereits ein Heer an motivierten Freiwilligen draussen in den Gemeinden gibt? Der Kanton will sparen, er will es günstiger machen als die Caritas.

Nun, Herr Graf, bei den Freiwilligen liegt Sparpotenzial. Schicken Sie Lehrbücher für Deutschkurse in die Gemeinden. Hand reichen, Fuss fassen. Dies passiert zuerst an der Basis. Finanzieren Sie für jeden Asylsuchenden, der von einem lokalen FC ins Training integriert wird, eine einfache Ausrüstung und den Vereinsbeitrag. Lockern Sie die Rahmenbedingungen für spontane Arbeitseinsätze. Und machen Sie ein paar Batzen locker, damit die Gemeinden direkt einen Koordinatorin oder einen Koordinator Freiwilligenarbeit im Dorf einsetzen können, wie bei uns in Meggen. Nun, lieber Herr Graf, setzen Sie sich ein für die Gemeinden und ihre Freiwilligen zu Gunsten des Dorffriedens, im Interesse der Asylsuchenden, im Kampf gegen Parallelgesellschaften, zu Gunsten der Kantonsfinanzen.

Kathrin Becht, Freiwillige Asyl in Meggen

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