Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Führt das zu mehr Chancengleichheit? Werden die Lehrpersonen nicht überfordert?

«Hausaufgaben: Experte kritisiert Abschaffung», Ausgabe vom 19. März
Erwin Schwarz, Einwohnerrat Fdp, Kriens

In Kriens werden ab dem kommenden Schuljahr die Hausaufgaben abgeschafft. Führt das zu mehr Chancengleichheit? Vermutlich nicht, wie es der Chefredaktor dieser Zeitung richtig sagte. Sind Hausaufgaben noch sinnvoll, oder gehören sie im Rahmen einer Kuschelpädagogik, welche die Schüler von allem Unan­genehmen verschont, in die Mottenkiste? Vermutlich nicht. Geben Hausaufgaben den Eltern einen Einblick, was in der Schule läuft, wie es in einem Merkblatt des Kantons Luzern heisst? Wird die Integration von Hausaufgaben in den Schulprozess auf dem Rücken der Krienser Lehrpersonen ausgetragen? Zusätzlich wird in Kriens auf das neue Schuljahr auch noch das sehr bewährte Betreuungsangebot «Doposcuola» abgeschafft. Schulexterne Personen dieser Institution haben viele Jahre kompetent die Kinder bei den Hausaufgaben unterstützt. All dies lastet in Zukunft ebenfalls auf den Schultern der Lehrpersonen. Es stellt sich die Frage, ob diese nicht an die Grenzen ihrer Belastbarkeit kommen. Der Lehrplan 21 wird ja auch noch schrittweise eingeführt. Ist Kriens überhaupt noch ein attraktiver Arbeitsort für erfahrene Lehrkräfte, oder verlieren wir die Besten an andere Gemeinden?

Der Kanton Schwyz hat die Hausaufgaben an der Volksschule bereits einmal gestrichen und sie nach vier Jahren wieder eingeführt. Hat sich das Bildungsdepartement Kriens nach den Erfahrungen von Schwyz mit der Aufhebung der Hausaufgaben erkundigt? Schule ohne Hausaufgaben ist sicher einen Versuch wert. Aber schon die Integration der Tagesstrukturen in die Schulen Kriens fand ohne politischen Prozess statt.

Jetzt wird nur zwei Wochen nach der aufwühlenden Ratsdebatte über die Tagesstrukturen auch noch der Entscheid eines neuen Hausaufgabenkonzepts publik. Wieder wurde mit der zuständigen Kommission für Bildung, Soziales und Gesundheit kein Wort über dieses Modell vor der Einführung diskutiert. Es macht fast den Eindruck, dass das Bildungs- und Kulturdepartement Kriens seine Hausaufgaben auch nicht macht.

Erwin Schwarz, Einwohnerrat FDP, Kriens

Die Bildung kennt das «Gesetz der nicht beabsichtigten Nebenwirkungen». Formuliert hat es der Philosoph und Pädagoge Eduard Spranger. Kaum jemand beachtet es. Die Schulen Kriens streichen die offiziellen Hausaufgaben. Man will Chancengleichheit. Doch wer die Hausaufgaben abschafft, schafft sie trotzdem nicht ab. Bildungsbewusste Eltern werden mit ihren Kindern weiterhin wiederholen und automatisieren. Sie wissen um den Wert des Übens. Kinder aus andern Familien haben diese Chance vielleicht nicht. Die nicht beabsichtigte Folge: Die Schere im Bildungsmilieu öffnet sich weiter.

Carl Bossard, Gründungsrektor Pädagogische Hochschule Zug, Stans

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.