Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Konto per E-Mail erhalten.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Für die Kinder ist es eine schlechte Lösung

Zur Abstimmung über ein neues Schulhaus Staffeln in Luzern am 26. November
Jürg Kretz, Grossvater und Ehemaliger Lehrer und Rektor der Gemeindeschulen Littau, Luzern

Den Medien konnte man entnehmen, das Schulhaus Staffeln werde das grösste Primarschulhaus der Schweiz werden. Andernorts haben pädagogische, psychologische und soziale Aspekte offenbar mehr Gewicht als in Luzern. Andernorts weiss man, dass so grosse Primarschulen keine gute Sache sind, und verzichtet deswegen auf scheinbar kostengünstigste, aber aus pädagogischer Sicht schlechte Lösungen.

In grossen Menschenmengen bleiben kleine Kinder eng bei vertrauten Erwachsenen, wollen an den Händen gehalten werden. In einer Riesenschar von Kindern entwickeln viele Kleinkinder Ängste. Wird das Schulhaus Staffeln gebaut, werden Kinder ab gut vier Jahren in einer Masse von rund 500 anderen Kindern sein. Von den Kleinen werden sich viele nicht wohlfühlen. Vermehrt werden Kinder zur Schule gebracht und nach dem Unterricht wieder abgeholt werden. Manche Eltern werden ihr gut vierjähriges Kind noch ein Jahr zu Hause oder zeitweise in der Krippe lassen, anstatt in den Kindergarten des Schulhauses Staffeln zu schicken.

Gehören Sie auch zu den Menschen, welche die besten Leistungen erbringen, wenn sie sich wohlfühlen? Das ist bei den meisten Kindern noch ausgeprägter der Fall als bei Erwachsenen.

Wer sich auf dem Weg zur Schule ängstigt, lernt nicht gut. Wo Kinder sind, gibt es auch immer wieder Konflikte. In kleinen Schulen weiss das «Opfer», wie der «Bösewicht» heisst. Je grösser die Schule, desto weniger funktioniert eine soziale Kontrolle und desto schwieriger wird es für die Lehrpersonen, allen Kindern erwünschtes Verhalten beizubringen und unerwünschtes Verhalten gezielt zu ahnden. Grosse Schulen benötigen mehr schulische Sozialarbeiter und haben einen höheren Anteil an Kindern, die vom Schulpsychologen abgeklärt werden müssen. Was hier geschrieben wurde, gilt auch für die geplante Aufhebung des Schulhauses Grenzhof und die Erweiterung der Schulanlage Rönnimoos.

Jürg Kretz, Grossvater und ehemaliger Lehrer und Rektor der Gemeindeschulen Littau, Luzern

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.