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Für die Verkehrssicherheit braucht es kein 270-Millionen-Projekt

«Der VCS und Pro Natura sind Verhinderungsklubs», Ausgabe vom 18. Juli
Ernst Weber, Vcs-Sektion Ob- und Nidwalden, Sachseln

Peter Zumstein kritisiert in seinem Leserbrief die Einsprache der Umweltverbände gegen das Ausführungsprojekt A8 Lungern Nord – Giswil Süd (inklusive Kaiserstuhltunnel) und bezeichnet den VCS als Verhinderungsklub. Sein Hauptargument für einen Tunnel ist die Verkehrssicherheit. Auch wir sind dieser verpflichtet. Ebenso teilen wir seine Meinung, dass die gegenwärtigen Verhältnisse in diesem Abschnitt zu verbessern sind.

Nur vertritt der Verkehrsclub der Schweiz, Sektion Ob- und Nidwalden, die Ansicht, dass die gewünschte Verkehrssicherheit und der Schutz vor Naturgefahren erreicht werden können mit einem Ausbau der bestehenden Strasse. Es braucht dafür in diesem Abschnitt kein rund 270 Millionen Franken teures Projekt mit einem 2,1 Kilometer langen Tunnel. Das Verkehrsaufkommen ist relativ gering, und der Regierungsrat erklärte noch 2014, dass «die Verkehrssicherheit auf dem Abschnitt, der künftig mit dem Tunnel umfahren werden soll, nicht übermässig gefährdet» sei.

Ausserdem beansprucht die vorgesehene offene Linienführung vor und nach dem Kaiserstuhltunnel mit überdimensionierten Anschlüssen in Giswil Süd und Lungern Nord sehr viel Kulturland. Es ist ein grosser Eingriff in die Natur. Das Landschaftsbild ändert sich gewaltig.

Die Umweltverbände befürworten eine kostengünstigere und verhältnismässigere Lösung ohne Tunnel und beanstanden, dass der Öffentlichkeit kein Variantenvergleich mit einer offenen Linienführung vorgelegt wird. Zu beachten ist zudem, dass der geplante Tunnel ein ungewöhnlich grosses Gefälle von 6,5 Prozent und zusätzlich eine scharfe Kurve aufweist – praktisch einen Halbkreis. Diese Umstände erscheinen in einem nicht richtungsgetrennten Tunnel mit einer zulässigen Höchstgeschwindigkeit von 80 Kilometern pro Stunde mit Blick auf die Verkehrssicherheit extrem heikel.

Folgt man der Logik von Peter Zumstein, müsste auch nach dem Lungerer Tunnel in Richtung Brünigpass neben der Brünigstrasse, die heute als Nationalstrasse dritter Klasse eingestuft ist, eine neue Autostrasse mit Tunnel gebaut werden. Dieses Projekt aber hat der Bund aufgrund der volkswirtschaftlich nicht vertretbaren, unverhältnismässigen Kosten begraben. Er will nun die bestehende Strasse am Brünigpass mit Kosten von nur noch rund 20 Millionen Franken punktuell verbessern, um die Verkehrssicherheit zu erhöhen, Unfallschwerpunkte zu entschärfen und Naturgefahren einzudämmen.

Was beim Brünig möglich ist, sollte doch auch zwischen Giswil und Lungern möglich sein.

Ernst Weber, VCS-Sektion Ob- und Nidwalden, Sachseln

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