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Genuss an der Flaniermeile darf nicht vermiest werden

«Neuer Anlauf für Velos am Quai», Ausgabe vom 28. September
Alex Mathis, Luzern, Geschäftsführer Tcs Waldstätte

Eines muss man der städtischen Allianz aus Sozialdemokraten und Grünen lassen: Im Bereich der Verkehrspolitik, insbesondere wenn es um Veloförderung geht, gelingt es den beiden Parteien immer wieder, verblüffende Ideen zu lancieren. Wie so oft entpuppen sich diese jedoch schnell als Luftschlösser. So auch das Postulat, das in Zukunft das Velofahren entlang des Nationalquais erlauben soll. Bleiben wir also sprichwörtlich mit beiden Beinen auf dem Boden und analysieren die Situation aus geerdeter Position.

Die Platzverhältnisse auf dem malerischen Fussweg entlang des Seebeckens sind bekanntlich begrenzt. Schon heute tummeln sich dort an schönen Tagen Spaziergänger, Touristen, Jogger und Kinderwagen. Die Konflikte wären vorprogrammiert, sollten dort künftig Velos den Passanten um die Ohren flitzen. Unfälle und rücksichtsloses Verhalten wären die Folge. Es ist zu bezweifeln, dass die Zweiräder, ob konventionell oder elektrisch angetrieben, die (Vortritts-)Regeln befolgen würden. Wer das nicht glaubt, den lade ich an Markttagen gerne an die Bahnhofstrasse ein, wo temporär Fahrverbote für Velofahrende gelten. Die Haldenstrasse ist gegenwärtig beidseitig mit Velostreifen ausgerüstet und ermöglicht so ein sicheres sowie zügiges Vorwärtskommen. Gewiss: Punktuelle Verbesserungen, die letztlich der Verkehrssicherheit aller dienen, können durchaus in Betracht gezogen werden. Wie dem links-grünen Vorstoss zu entnehmen ist, stören sich die Postulanten unter anderem an Fahrzeugen, die die Velostreifen kurzzeitig blockieren. Hier ein pragmatischer Vorschlag an Politik und Behörden: Wie wäre es, wenn die Stadt anstelle eines Veloweges bes­sere Umschlagsplätze für das Gewerbe und die Hotellerie zur Verfügung stellen würde?

Es erstaunt mich, wie man auf die Idee kommen kann, den Quai auch für Velofahrer freizugeben. Als Rollstuhlfahrerin bin ich dagegen und schliesse mich den bisherigen ablehnenden Reaktionen an. Der Quai ist eine Flanierzone für Fussgänger. Für ältere Menschen, Rollstuhlfahrer, Benutzer von Rollatoren, aber auch Hör- und Sehbehinderte sind Velos viel zu gefährlich, kleinere und grössere Unfälle sind vorprogrammiert. Man könnte nicht mehr sicher und entspannt seines Weges gehen und die schöne Umgebung geniessen. Zwangsläufig haben Velos und vor allem E-Velos ein gewisses Tempo, nähern sich meist lautlos und erschrecken die Passanten. Man muss sich vorstellen, dass es in gewissen Jahreszeiten sehr viel Volk auf dem Quai hat, was auch für die Velofahrer mühsam wäre sich fortzubewegen. Sie würden wohl auch besser zu Fuss gehen oder müssten dauernd absteigen. Eine verstärkte Kontrolle seitens der Polizei ist nicht realistisch, zumal diese ohnehin Personalmangel hat.

Alex Mathis, Luzern, Geschäftsführer TCS WaldstätteHanne Müller, Horw Das am Quai geltende Velofahrverbot wird seit Jahren massiv missachtet, und wer als Fussgänger reklamiert, wird oft mit den landesüblichen «Schlötterlingen» eingedeckt. Was die beiden Herren Hochstrasser und van der Heiden fordern, wird auf dem Quai schon längstens praktiziert, leider ohne «Velofahrer müssten auf die Fussgänger Rücksicht nehmen» und «bei Bedarf im Schritttempo fahren». Das Postulat ist schlecht verpackter Unsinn und, wie die Praxis eben zeigt, als undurchführbar abzulehnen. Ernst Gössi, LuzernSP und Grüne verlauten sich regelmässig als Anwalt der Schwächsten mit den Parolen: «Solidarität mit den Schwächsten», «Nicht auf Kosten der Schwächsten» etc. Wo bleibt diese konsequente Haltung gegenüber den Zu-Fuss-Gehenden, der eindeutig schwächsten Kategorie von Verkehrsteilnehmenden? Mit dem Postulat zum Befahren des Quais mit schnellen Velos wollen SP- und Grüne- Stadträte den Fussgängern (Senioren, Behinderte, Familien und Touristen) den Genuss an der Flaniermeile Quai vermiesen. Der Luzerner Fussgänger wird sich bei den nächsten Wahlen bestimmt an dieses Vorhaben erinnern! Kurt Aeschlimann, Luzern, Präsident Fussverkehr Region Luzern

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