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Gotthard-Bergstrecke: Zurzeit vernachlässigtes Kulturerbe

«Noch nie war man im Zug dem Mythos Gotthard so nah», «Zentralschweiz am Sonntag» vom 9. April
Ruedi Estermann, Rothenburg

SBB-Personenverkehrschefin Jeannine Pilloud berichtet, seit der Eröffnung des Gotthard-­Basistunnels seien pro Tag nur noch durchschnittlich 400 bis 500 Personen auf der alten Bergstrecke im Regionalexpress unterwegs. Das erstaunt mich nicht. Zu dritt haben wir die Probe aufs Exempel gemacht: Wir sind von Lugano über die Gotthard-Bergstrecke nach Luzern gereist, mit Umsteigen in Erstfeld. Vorneweg gesagt: Es ist eine Zumutung, mit dem Flirt über die Bergstrecke zu reisen. Nichts gegen den Flirt. Er ist für den S-Bahn-Verkehr ein ideales und perfektes Fahrzeug. Von Luzern nach Sursee ist er bequem, aber nicht über eine Bergstrecke. Ich verstehe nicht, dass die SBB die Gotthard-Bergstrecke nicht attraktiver anbieten.

Seit Jahren erzählen die SBB-Oberen, die Gotthardstrecke sei nicht rentabel. Deshalb wurde sie sträflich vernachlässigt. Über den Gotthard setzten die SBB fast immer altes Rollmaterial ein. Und heute verkehrt eine S-Bahn-Komposition über den Gotthard. Auch Andreas Meyer hat in einem Interview gesagt, in einzelnen Zügen auf der alten Bergstrecke sässen gerade einmal eine Handvoll Passagiere. Kunststück, bei diesem schlechten Angebot! So wird es Meyer und Pilloud am Ende ein Leichtes sein, zu behaupten, die Linie zu betreiben, lohne sich nicht. Es verwundert auch nicht, dass die Andermatter Swiss Alps AG von Samih Sawiris darüber nachdenkt, Skibusse aus Basel, Zürich und Luzern nach Andermatt zu führen, samt Kombination Bus und Tageskarte für das Skigebiet Andermatt-Sedrun. Warum haben die SBB nicht rechtzeitig ein Konzept für die Bergstrecke ausgearbeitet, das touristisch, aber auch auf die vielen Bahnbegeisterten zugeschnitten ist? Die GotthardBergstrecke ist zweifelsfrei ein Technik- und Kulturdenkmal erster Güte und bietet sich als Unesco-Kulturerbe geradezu an. Das nun vorgestellte Angebot könnte ein Anfang sein. Leider ist es, ausser von Juli bis Oktober, auf die Wochenenden beschränkt. Ich bin überzeugt, dass sich die Bergstrecke viel besser und europaweit vermarkten lässt. So hege ich die Hoffnung, dass die Südostbahn (SOB) mit einem guten Angebot zum Zuge kommt. Erfreut habe ich zur Kenntnis genommen, dass auch das Gotthard-Komitee die Übernahme der Gotthard-Bergstrecke durch die SOB begrüssen würde.

Ruedi Estermann, Rothenburg

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