Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Grosse Erwartungen – bescheidener Nutzen

«Kanton Luzern: Kommission ist für Spange Nord», Ausgabe vom 24. April
Reto Derungs, Luzern, Raumplaner, Alt Grossstadtrat Cvp

Bei der Spange Nord stehen grosse Erwartungen und Versprechen einem äusserst bescheidenen Nutzen gegenüber. Die Entlastungswirkung setzt sich aus dem Bauwerk einerseits und den flankierenden Massnahmen (Verkehrsmanagement) andererseits zusammen. Letztere haben die weitaus grössere Wirkung und sind bereits kurzfristig und ohne den Bau von neuen Strassen und Brücken realisierbar.

Im Gegensatz dazu bringt das Bauwerk Spange Nord wenig Entlastung zu einem sehr hohen Preis und mit massiven Nebenwirkungen. Den Bund scheint dies nicht zu stören. Für ihn ist die Spange Nord in erster Linie ein Verkaufsargument, um das Kosten-Nutzen-Verhältnis beim Bypass aufzupeppen. Statt nur die Nord-Süd-Transitkapazität zu erhöhen, wird gleich eine ganze Stadt mitsamt Agglomeration entlastet. Das klingt verlockend und wird nicht weiter hinterfragt. Da springen viele Politiker nur zu gerne auf und verkünden Entlastungshoffnungen – etwa für das Rontal –, welche das Bauwerk nie wird einlösen können. Zum Glück schaut unser Stadtrat genauer hin. Es ist zu hoffen, dass dies der Kantonsrat auch noch schafft, bevor er leichtfertig einen Kredit über 6,5 Millionen Franken für die Erarbeitung eines Bauprojektes spricht, welches vernünftigerweise in der Schublade bleiben wird.

Reto Derungs, Luzern, Raumplaner, alt Grossstadtrat CVP

Drehscheibe der Planung des Bypasses mit einer Spange Nord ist der Autobahnvollanschluss Lochhof. Diese seit mehr als 40 Jahren brachliegende Planungsleiche soll entgegen der aktuellen Entwicklung der Verkehrsflüsse in und um Luzern ihrer schon seinerzeit nicht realisierbaren Bestimmung zugeführt werden.

Es haben sich aber nicht nur die Verkehrsflüsse geändert, sondern auch die Besitzverhältnisse im Lochhof. Bei der Eröffnung der Autobahn 1972 gehörte der rund 30000 m2 grosse Anschluss Stadt und Kanton Luzern. Man hoffte, auf dem nötig werdenden Lärmschutztunnel eine Wohn- und Gewerbesiedlung zu erstellen. Die Erneuerung des Cityrings durch den Bund (Astra) brachte dann allerdings nur eine minimale Verlängerung des Reuss­porttunnels und eine aufwendige Sanierung auch der nicht im Betrieb stehenden Autobahn- Ein- und -Ausfahrten. Zudem wurde das ganze Areal mit einem bisher nicht öffentlich zugänglichen Vertrag dem Astra übergeben.

Es ist davon auszugehen, dass mit der Realisierung des Bypasses das Astra kein Interesse mehr hat am Autobahnzubringer nach Luzern und damit auch am Areal Lochhof. Der Kanton wird die sanierte Planungsleiche für gutes Geld zurückkaufen müssen. Das ohnehin schon seit Jahren ständig steigende Planbudget der Spange Nord wird durch diesen Rückkauf sowie weitere Landkäufe rund um das Bauvorhaben massiv ansteigen. Eine finanziell tragbare Realisierung der Spange Nord rückt in weite Ferne, selbst wenn die Projektierung eine bautechnische Lösung bringen sollte. Der zur Diskussion stehende Projektierungskredit bringt für die Planung der Spange Nord zurzeit nichts. Bleibt noch die Frage offen, was der Kanton unter diesen Umständen mit dem Areal Lochhof nach einer allfälligen Realisierung des Bypasses macht. Wie wäre es mit einem Freilichtmuseum für Planungsleichen (die Stadt würde sicher gerne eine Rekon­struktion der «Schmitte» am Pilatusplatz dazu beisteuern)? Oder vielleicht doch mit einem zentrumsnahen Busterminal für die Touristenstadt Luzern?

Kurt Furrer, Luzern

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.