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Gut, stammt das Essen nun aus der Region

«Mittagstisch wird wieder aus der Nähe beliefert», Ausgabe vom 24. Februar

Als absolut beste und günstigste Lösung präsentierte der Gemeinderat Baar im letzten Sommer den Vertrag mit Schneider Gastro GmbH. Aus dem bernischen Belp werden täglich die Mahlzeiten für den Mittagstisch an den Baarer Schulen herangekarrt. Zuger Bewerber gingen leer aus, die Umwelt wurde mit Tonnen von Abgasen belastet. Ich habe für die Alternative – die Grünen diesen Entscheid von Anfang an kritisiert. Und nun? Der Gemeinderat hat festgestellt, dass die Qualität nicht den vertraglichen Vereinbarungen entsprochen habe. Aus «logistischen» Gründen sei eine befriedigende Zusammenarbeit nicht mehr möglich, lässt der Gemeinderat verlauten. Die Logistik – 150 Kilometer Fahrt von Belp nach Allenwinden – war doch schon von Anfang an bekannt. Ich begrüsse es sehr, wenn jetzt die Zuwebe in Baar zum Zuge kommt. Und ich wünsche mir, dass dies nicht nur eine Übergangslösung bis zum Ende des Schuljahres sein wird. Die Infrastruktur fürs Kochen ist vorhanden, in der Zuwebe und in den Schulanlagen der Gemeinde. Die Zuwebe bietet Menschen mit Behinderungen Arbeitsplätze an; allein dies sollte uns doch die paar Franken mehr für eine gute Verpflegung unserer Schülerinnen und Schüler wert sein. Oder will man wieder den billigsten Anbieter nehmen, um nochmals die Steuern senken zu können? Gesundes Essen und Arbeitsplätze für Menschen mit Behinderung sind mir wichtiger als noch tiefere Steuern. Ich hoffe sehr, dass das Baarer Trauerspiel am Mittagstisch nun ein Ende hat.

Gurbetelli Yener, Co-Präsidentin Junge Alternative Zug, Baar

Die Vergabe der Essenslieferung für den Mittagstisch löste vergangenen Sommer zahlreiche kritische Stimmen aus, und grosses Unverständnis war in der Gemeinde spürbar. Ein paar Monate Erfahrung liessen den Gemeinderat nun diesen Vertrag auflösen, und mit der Zuwebe konnte eine Übergangslösung gefunden werden. Wir begrüssen diesen Entscheid sehr und danken dem Gemeinderat für die Einsicht, das frühzeitige Reagieren und die Courage, eine gefällte Entscheidung zu hinterfragen und zu optimieren. Die lokale Vergabe unterstützen wir von der FDP Baar voll und ganz. Neben den ökologischen Faktoren bleibt die Wertschöpfung im Dorf und das lokale Gewerbe mit ihren Arbeitsplätzen wird unterstützt. Wir hoffen sehr, dass die nachfolgende Lösung weiterhin lokal in der Gemeinde Baar bleibt und dass vor der nächsten Vergabe die Notwendigkeit einer öffentlichen Ausschreibung sorgfältiger geprüft wird.

Sonja Zeberg-Langenegger, Vorstand FDP Baar

Der Baarer Gemeinderat kam nun endlich zum Entschluss, die Schülerverpflegung für den Mittagstisch lokal zu vergeben. Er schrieb in einer Medienmitteilung, dass «aus qualitativen und logistischen Gründen eine befriedigende und zukunftsorientierte Zusammenarbeit nicht mehr möglich war.» Soweit hätte es allerdings gar nicht kommen müssen, wenn man sich von Beginn weg an Qualität und «Regionalität» orientiert hätte. Es machte doch keinen Sinn, das Essen für einen Baarer Mittagstisch quer durch die Schweiz zu fahren, nur um einige Franken zu sparen. Insbesondere dann, wenn sogar eine satte Steuersenkung drin lag. Es wundert mich schon, wie das Rektorat, die Schulpräsidentin und letztendlich auch der Gesamtgemeinderat einer solchen «Schnapsidee» zustimmen konnten – und wer die Verantwortung für dieses Debakel trägt. Einmal mehr zeigt sich, dass die Gemeinde Baar an den falschen Stellen sparte – Qualitätseinbussen hin oder her.

Zari Dzaferi, Kantonsrat, Präsident SP Baar

Dass Mittagsverpflegungen, welche täglich von Bern nach Baar gekarrt werden, nicht über die gewünschte Qualität und insbesondere nicht über die geforderte Wärme verfügen, scheint logisch und überrascht niemanden, ausser wohl Frau Schulpräsidentin Binzegger.

Diese verteidigte nämlich noch im vergangenen August in der lokalen Presse mit Vehemenz die Auftragsvergabe an die Berner Schneider Gastro GmbH und war voll des Lobes über die «sehr gute Essens­qualität» des Berner Unternehmens.

Die Qualität der Mahlzeiten sei im Rahmen eines Testessens und in Zusammenarbeit mit einer externen Sachverständigen «sorgfältig» beurteilt worden («Zuger Zeitung» vom 17. August 2018). Ob und was im Rahmen dieses Testessens mit Sachverständigen «sorgfältig» geprüft wurde, bleibt unklar. Fest steht einzig: Die von der Abteilung Schulen/Bildung vorgenommene Qualitätskontrolle hat schlichtweg versagt.

Nach der verschlampten und viel zu spät erfolgten Schulraumplanung schon das zweite Debakel innert kür­zester Zeit für die Schulpräsidentin.

Gefragt ist nun deshalb der Gesamtgemeinderat. Dieser hat dafür besorgt zu sein, dass die ursprünglichen Ausschreibungsunterlagen der Abteilung Schulen/Bildung überarbeitet werden. Floskeln, wonach bei der Zubereitung der Speisen die Verwendung von Produkten aus artgerechter Haltung «wünschenswert» sei und bloss «nach Möglichkeit» Produkte aus der Region verarbeitet werden sollen, sind ersatzlos zu streichen. Nur so können solche Aufträge in der Region gehalten werden.

Unsere Kinder wie auch das Baarer Gewerbe werden es dem Gemeinderat danken.

Michael Riboni, SVP-Kantonsrat, Baar

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