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Gute Musik und starke Texte

«Zum Tod des Mundartrockers Polo Hofer», Ausgaben vom 25., 26. und 27. Juli
Giulio Zenoni, Altdorf

«Ich bi doch ä liebä Siech gsi», «Travailler c’est trop dur» oder «Uf däm länge Wäg zu dir» – in der Hoferschen Sprache gesprochen. Die Texte stets mit Deutungen, Fingerzeigen fürs Aufmüpfige, gegen Verstaubtes, Korruptes, mit Melancholischem, Träumerischem, Verliebtem und oft auch Kritischem. Urs Hofer aus dem Interlaker Konfektionsgeschäft singt und musiziert nun bei Elvis und Freunden. Polo National, bekennender, sensibler, verletzlicher Sprücheklopfer und Frontmann von The Jetmen, Rumpelstilz, Polos Schmetterding, der Schmetterband und den Alpinistos ist gegangen.

Eine Reflexion und Ehrerbietung möchte ich Polo aus dem Kanton Uri ins Himmlische bei «Rote Wy» schicken. Mein persönlicher Kontakt zu Polo Hofer bezieht sich auf ein halbstündiges Telefonat für eine Konzertanfrage im «Plätzli» in Altdorf mit der Schmetterband. Trotz dieses kurzen Gesprächs glaube ich einiges Tieferes über Polo zu wissen. Viele Musiker, die über Jahrzehnte mit Hofer zusammengearbeitet haben, kenne ich sehr gut, vor allem Sam Mumenthaler (Hofer Biografie), Züri West, Backbeat Band und Repeatles.

Dem Kanton Uri schenkte Polo fünf Konzerte. Aus meiner Sicht waren die Auftritte in der Aula Hagen mit Rumpelstilz sowie das «Winkel»-Konzert mit der Schmetterband herausragend. Unvergesslich sind auch die Konzert-Marathons im Luzerner «Stadtkeller». Weltrekordverdächtig? Einen Gänsehauteffekt gab’s im Volkshaus Zürich, als Polo im Pub­likum von Willy de Ville ans Mikrofon geholt wurde. «The Man in Black» (Original von Bob Dylan) wurde im Duett in jedermanns Mark gesungen.

Was bleibt von Polo Hofer? Gute Musik, gecovert oder nicht, starke Texte, die Erin­nerung an einen cleveren Geschäftsmann, einen zerbrechlichen, suchenden Clown – immer mit der grossen Weite Amerikas zwischen Memphis und Willy de Villes «Hey Joe» im Rücken. Americana, wie Polo es liebte. Lieber Polo, dein irdischer Weg ist finito. Der Mann im schwarzen Mantel hat dir die Hand gereicht. All deine Weggefährten freuen sich auf einen neuen «Summer 68» mit dir. «Abxang»: Föhnsturmartig ging es im «Sack» (Restaurant Uristier in Altdorf) zur Fasnachtszeit zu und her, wenn Heinz Eichenberger «Alperose» oder «Summer 68» auflegte. «U numeno Lieder u roti Lippe söllä mini beschte Fründe sii» heisst es in Polo Hofers «Stilli Wasser».

Zu meinem «Abxang» möge die Nachwelt für mich «Ds Meitschi vom Wyssebüehl» spielen.

Giulio Zenoni, Altdorf

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