Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Leserbrief

Hässliche Betonklötze

«Quartierbewohner beklagen ‹Batteriehaltung›, Ausgabe vom 29. August

Verdichtetes Wohnen, Batteriehaltung oder Wohnen im Hasenkäfig – egal, wie man es nennt, es bedeutet das Gleiche: Möglichst viele Wohnungen im städtischen Gebiet auf engen Raum zu bauen, ungeachtet des Ortsbildes, der Siedlungsqualität und der Auswirkungen auf die Klimaerwärmung. Ja, tatsächlich: Verdichtetes Wohnen sorgt für steigende Temperaturen in den Städten und für immer mehr Hitzetage und Tropennächte.

Die Bautätigkeiten im Würzenbachquartier sind kein Einzelfall. Auch im Maihofquartier soll eine Riesenüberbauung entstehen. Die Wohnbaugenossenschaft Luzern (WBG) steht hinter diesem Projekt und hat als Ziel, günstigen Wohnraum zur Vermietung zur Verfügung zu stellen. Die WBG bezeichnet sich als «gemeinnützig». Doch an der Informationsveranstaltung für Anwohner letzte Woche konnte nicht erklärt werden, was dies in diesem Projekt genau bedeuten soll. Man kann sich nämlich weder als Genossenschafter einkaufen und so von günstigen Mietpreisen über einen langen Zeitraum profitieren, noch werden bei der Vermietung explizit sozial benachteiligte Bewerber bevorzugt. Auch die Frage nach der voraussichtlichen Mietzinsentwicklung blieb unbeantwortet. Da liegt der Schluss doch sehr nahe, dass es hier letztendlich nur darum geht, möglichst viel Geld zu verdienen. Und dies vollumfänglich auf Kosten der langjährigen Anwohner (und auch Steuerzahler) der Libellenstrasse und Gopplismooshalde: Nicht nur, dass die bestehende Siedlung mit den fast 90-jährigen Häusern, die das Bild der Libellenstrasse mitgeprägt haben, abgerissen werden sollen. Es sollen nun statt dessen hässliche Betonklötze hingestellt werden, die an Militärkasernen erinnern. Eine Sanierung der bestehenden Häuser sei zu aufwendig, erklärt man an der Versammlung.

Apropos Klimaerwärmung: Bis anhin lagen die Temperaturen um den Rotsee immer etwa ein Grad unter den Temperaturen, die am Löwenplatz in der Stadt Luzern herrschen. Dies wird sich mit all dem Beton, Stahl und Glas wohl ändern.

Die Wintersonne werden auch nicht mehr alle Anwohner direkt geniessen können: Die Eigenheimbesitzer der Gopplismooshalde werden zukünftig so nahe an den Betonklötzen wohnen, dass sie dadurch im Winter nur noch eine geringe Sonneneinstrahlung haben.

Kerstin Gorges, Luzern

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.