Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Konto per E-Mail erhalten.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Hausaufgaben werden überschätzt

«Hausaufgaben: Experte kritisiert Abschaffung», Ausgabe vom 19. März
Otto Hurschler, Eschenbach

Immer diese Hausaufgaben! Vor bald 40 Jahren organisierte die Redaktion der Eschenbacher Schulzeitung «s’ Tandem» einen Diskussionsabend mit dem Thema «Sinn und Unsinn der Hausaufgaben». Im Anschluss an den sehr gut besuchten Abend beschloss die Schulpflege: Am Mittwoch und Samstag (damals wurde am Samstagvormittag noch unterrichtet) werden keine neuen Hausaufgaben erteilt. An den übrigen Tagen sind sinnvolle Hausaufgaben erwünscht, weil sie das Pflichtgefühl stärken und den Eltern Einblick in die Schularbeiten ihrer Kinder erlauben. Die Schulpflege war aber auch überzeugt, dass leistungsschwache Kinder nicht über vermehrte Hausaufgaben gefördert werden können und nur eine gute Zusammenarbeit zwischen Lehrer und Eltern dem Kind eine echte Hilfe ermöglichen. Seither sind vierzig Jahre verflossen, und meine Erfahrungen als Primarlehrer auf allen Stufen und als mehrjähriger pädagogischer Leiter der Schule Eschenbach bestätigen, dass die Hausaufgaben in ihrer Wirksamkeit völlig überschätzt werden.

Nun endlich wagt eine Schule den Versuch, die Hausaufgaben abzuschaffen. Dazu kann ich den dafür Verantwortlichen der Schule Kriens nur herzlich gratulieren. Ich wünsche ihnen genug Kraft und Durchhaltewillen, dabei zu bleiben. Andere Schulen werden folgen. Wenn unbestrittenerweise Hausaufgaben für lernschwache Schüler meist nur eine Belastung ohne erkennbaren Lerneffekt bleiben, dürfen sie getrost abgeschafft werden. Es bleibt den Schülerinnen und Schülern ja weiterhin erlaubt, sich auch in der freien Zeit mit schulischem Lernstoff zu beschäftigen, und zwar gezielt dort, wo es Sinn macht. Eigenmotivation und Eigenverantwortung werden doch überall gefordert. Die Schule soll ihren Auftrag während der Unterrichtszeit erfüllen, die Gestaltung der unterrichtsfreien Zeit aber den Eltern und Erziehungsberechtigten und ihren Kindern überlassen. Geben wir doch den Kindern wieder vermehrt Zeit zum Fantasieren und Erfahrungen Sammeln. Ich sehe es wie Albert Einstein: «Fantasie ist wichtiger als Wissen, denn Wissen ist begrenzt.»

Otto Hurschler, Eschenbach

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.