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Hohe journalistische Kompetenz

«Ohne Uniform ins Wochenende?», Ausgabe vom 15. Juli
Roger E. Schärer,

Es fällt auf, dass die «Zuger Zeitung» mit beeindruckender Kompetenz laufend sicherheits-, armee- und rüstungspolitische Themen ausleuchtet und diese dann auch kommentiert. In der Ausgabe vom vergangenen Samstag, 15. Juli, werden dabei gleich zwei aktuelle Themenbereiche aufgenommen: Ohne Uniform ins Wochenende? Und der provokative Gastkommentar des Präsidenten der Schweizerischen Offiziersgesellschaft.

Ja, die Truppe muss weiterhin in Uniform in den Urlaub gehen und damit die Milizarmee, den Bürger oder die Bürgerin in Uniform, in der Öffentlichkeit präsent halten. Es ist ein Armutszeugnis für die heutige Truppenführung, wenn es nicht mehr gelingt, die Angehörigen der Armee im Urlaub in der Öffentlichkeit nicht imageschädigend auftreten zu lassen. Die Bilder sind teilweise desolat, und die ständig eingesetzten Kopfhörer sind unsäglich. Man freut sich an soldatisch vorbildlich und mehrheitlich auftretenden Soldaten in den Bahnhöfen und in den Zügen, die sich im Klaren sind, dass eine schweizerische Uniform immer noch ein Ehrenkleid ist und darum auch verpflichtet. Die Armeeführung liegt richtig, diese Tradition und das Erscheinungsbild der Truppe im Urlaub beizubehalten und darum Massnahmen zur Verbesserung des Auftretens der Truppe umzusetzen.

Es scheint, dass der Präsident der Schweizerischen Offiziersgesellschaft im Réduit stehen und ein kalter Krieger geblieben ist. Er liegt falsch, wenn er den sinnvollen Zivildienst verteufelt, höhere Hürden verlangt und damit den Linken einen Steilpass und die neue Themenführerschaft zuspielt. Die Armee muss alles daransetzen, eine bessere und interessantere Ausbildung zu gewährleisten, um die besten und motiviertesten Kader zu gewinnen.

Die Armee reflektiert die Zivilgesellschaft, und es stehen Studium, Berufskarriere, Auslandaufenthalte, Freizeit und andere Lebenskonzepte im Wettbewerb zum Dienen an der Gemeinschaft. Wer einfach Kampfjets fordert, hier Schwergewichte setzt, ohne die aktuellen und langfristigen Bedrohungen zu analysieren, liegt falsch. Offiziere haben die Pflicht, das Undenkbare zu denken und die langfristigen Bedrohungen zu analysieren, die in einem hochtechnologischen Umfeld zu erwarten sind. Da sind konventionelle Panzer-, Artillerie- und Luftkampfgefechte Vergangenheit. Cyberwar, Drohnen, automatisierte Gefechtsprozesse auf Distanz, Erpressung, Wirtschaftskriege, Terrorismus und Migration sind die zentralen Bedrohungen für die Sicherheit der Schweiz, unserer Infrastruktur, des Werk-, Finanz- und Denkplatzes Schweiz.

Nicht nur die Luftwaffe argumentiert mit der Verfassung. Auch modernste technologische Bedrohungen sind auf den Verfassungsauftrag zurückzuführen. Das Vertrauen in die Fliegergeneräle ist beschädigt. Wer die Bombardierungsfähigkeit des F/A-18 auch ausserhalb der Landesgrenzen auf den im Ausland die Schweiz angreifenden Feind fordert, der gehört abgesetzt oder in einen Verfassungsnachhilfekurs abkommandiert. Im Übrigen hatten wir während des Irak-Krieges Hunderte von Luftraumverletzungen durch US- und Nato-Überflüge! Solche «Buebe­spieli» beschädigen die Armeeführung.

Hingegen hat der Präsident der Schweizerischen Offiziersgesellschaft durchaus Recht, wenn er eine professionelle Armeekommunikation fordert. Gerade die Milizarmee, der Bürger in Uniform, muss laufend transparent, aktuell und umfassend über die Sicherheitsprobleme, die Armee und ihre Zukunft informiert sein. Wer dreimal eine Armeeabschaffungsinitiative ablehnen konnte, muss alles daransetzen, eine vierte zu verhindern oder zu verlieren. Wir sind wohl die einzige direkte Demokratie der Welt, die solche Abstimmungen zuliess. Tragen wir unserer Milizarmee und der direkten Demokratie Sorge und vertrauen wir dem Bürger in Uniform.

Roger E. Schärer, Feldmeilen

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