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Leserbrief

Hügelzüge und Berge verschwinden, einer nach dem anderen

Chropfläärete

Langsam und beinahe unmerklich fing es am. Zuerst verschwanden die Kirche von Rain und ein Teil der Erlosen hinter einem aufgestockten Gebäude. Gleichzeitig verschwand auch der Napf.

Etwas später folgte die Krienseregg, die Fräkmüntegg, die Windegg, der Pilatus, das Tomlishorn und das Mittagsgüpfi. Auf der anderen Seite verschwanden die Johanniterkommende Hohenrain, das Ibenmoos, die Kapelle von Ottenhusen, die Sprengi.

Nochmals etwas später folgte das Michaelskreuz, der Rossberg, die Rigi. Kurz darauf der Niederbauen. Die Hügelzug des Pfannenstiel mit der dazugehörigen mächtigen Linde verschwanden, aus anderen Gründen, schon vorher. Und nun stehen steil und weit in den Himmel aufragende Profilstangen vor den letzten für mich noch sichtbaren Bergen der Innerschweizer Voralpen. Dahinter wird auch der nahe Dottenberg verschwinden. Ebenso der Bürgenstock, das Buochserhorn, die Musenalp, der Schwalmis, der Risetenstock, natürlich auch der Oberbauen, der Ruchstock, Brisen und Hoh Brisen, Laucherenstock, Sättelistock, Rigidalstock, die Walenstöcke, der Titlis. Gleichfalls verschwinden wird auch die Klewenalp, der Blick auf den Aufstieg zum Hinterjöchli, der Haldigrat. Das kurze Aufleuchten der Gipfelkreuze des Buochserhorns und des Risetenstocks in der Abendsonne und die blinkenden Lichter der Klewenalp-Station und des Bürgenstocklifts werde ich nicht mehr sehen. Auch der Blick auf den ersten Schnee in diesen Bergen, die schimmernden Föhnstimmungen, der Weg des Sonnenlichts über die Zacken und Kanten, das Erleben des langsamen Erwachens und des Einnachtens – das alles werde ich nur noch in der Erinnerung abrufen können. Sogar die Lichter der Schneepflüge auf der winterlichen Klewenalp werde ich vermissen. Der sichtbare Jahreszeitenwechsel in seinem gleichen und doch stets sich verändernden Rhythmus wird nie mehr so sein wie vorher. Ein Stück Heimat wird für immer verschwinden. Wohlverstanden: Ich klage nicht. Es ist, wie es ist. Es tut einfach sehr weh.

Ursula Lang-Tschupp, Chalet Alpenblick, Ballwil

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