Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Leserbrief

In der Schweiz könnten alle ihr Prämien bezahlen

«Kantone sollen «Notfall» genau definieren», «Zentralschweiz am Sonntag» vom 15. Juli

Man kann grundsätzlich geteilter Meinung sein, wie wirksam Schwarze Listen bei säumigen Prämienzahlern sind.

Jedenfalls sollte es so sein, dass die Politiker ein System einführen, bei welchem keinesfalls der Prämienzahler, Steuerzahler oder Leistungserbringer für die Kosten der Leistungen dieser Fehlbaren aufkommen muss.

Es ist höchst unsolidarisch, wenn immer wieder Individuen glauben, sie könnten von unserem versozialisierten System profitieren.

Ein paar Fakten sollte man schon kennen, wenn man glaubt, dass es der richtige Weg ist, die Kosten den Krankenversicherern oder dem Steuerzahler aufzubürden.

Erstens: Die grössten vier Krankenversicherer beschäftigen je 30 bis 40 Mitarbeiterinnen nur für das Inkasso säumiger Zahler. Das sind Kosten von rund 3 Millionen Franken pro Krankenversicherer. Nicht mit eingerechnet sind Infrastruktur, Porto- und Betreibungsgebühren. Zweitens: Die säumigen Zahler mit kleinem Einkommen erhalten Prämienverbilligungen. So wird es wohl noch möglich sein, den Restbetrag, falls überhaupt eine Differenz besteht, zu bezahlen. Sozialhilfebezüger erhalten drittens ihre Beihilfe unter Berücksichtigung der Krankenkassenprämien, sofern diese nicht durch die Prämienverbilligung bereits kostendeckend berücksichtigt ist.

Alle übrigen säumigen Zahler haben Einkommen, die es bei mindestens vorsichtiger Budgetierung erlauben, die Prämien pünktlich zu bezahlen. Es sei denn, teure Fortbewegungsmittel, Telekommunikationsmittel verschiedenster Art, Ausgang und Vergnügen – und nicht zu vergessen Ferien – werden der Zahlung der Krankenversicherungsprämie vorgezogen.

Somit stellt sich für mich nicht die Frage, ob die Schwarzen Listen abgeschafft werden oder nicht. Vielmehr muss ich mich fragen, wie die säumigen Prämienzahler in unserer Gesellschaft für ihr unsolidarisches Verhalten zur Rechenschaft gezogen und bestraft werden.

Alois Schärli, Hochdorf

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.