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Leserdebatte

Luzerner Regierung:
Indirekte Wahlwerbung

«Gelder für kritischen Film verweigert», Ausgabe vom 25. Oktober

Offenbar findet die Luzerner Regierung, dass sie während der letzten vier Jahre nicht gerade gut regiert hat, vor allem in der Finanzpolitik. Nur so kann ich mir erklären, weshalb sie einem Dokumentarfilm über die Luzerner Finanzpolitik kantonale Fördergelder verweigert. Diesen politischen Entscheid finde ich fragwürdig. Wenn im Bereich Kunst, Kultur und Film nur noch Hofberichterstattung und unkritische Beiträge gefördert werden sollen, wird die erwünschte Unabhängigkeit in Frage gestellt. Nun hat der Kulturdirektor mit seinen Aussagen in der Zeitung wenigstens indirekt Werbung gemacht für den Film. Ich werde ihn nun erst recht anschauen und mir dann selbstverständlich meine eigene, kritische Meinung dazu bilden. Ich meine, dass alle Bürger in der Lage sind, selbstständig und kritisch zu denken. Auch über Filme zu umstrittenen Themen.

Bruno Amrhein, Kriens


Die fünf strammen, bürgerlichen Luzerner Regierungsräte hätten über den eigenen Schatten springen, die eigene Grosszügigkeit demonstrieren, ihr Image aufpolieren und der Kritik den Wind aus den Segeln nehmen können. Aber nein: Kleinlich verweigern sie der Empfehlung der eigenen Fachkommission die Gefolgschaft und dem Dok-Film über den Luzerner Spar-Fimmel einen Beitrag. Sie hätten ihn, mit dem Hinweis auf jene Diskussionen, welche die Demokratie erst am Leben halten, ohne Schaden bewilligen können. Wie immer die Regierung da entscheidet: Kritik gibt’s so oder so.

Ich habe den Film nicht gesehen und habe die Informationen nur aus der Zeitung. Trotzdem: Das Argument, ein Beitrag würde die Unabhängigkeit des Films gefährden, sticht nicht, wie diese Zeitung feststellte. Und die Wahlen, in die sich die Regierung nicht einmischen will? Sie tut’s erst recht, wenn vielleicht auch nicht so, wie sie will: Ich weiss, nicht für alle, aber sicher für sehr viele Wählerinnen und Wähler zeigt dieser Regierungsentscheid deutlich, dass eine andere Zusammensetzung des Gremiums sicher nicht von Schaden wäre. Interessant wäre schon zu wissen, wer im Gremium wie gestimmt hat. Dass, wer Red und Antwort steht, das Kollegium und nicht unbedingt seine eigene Meinung vertritt, gehört auch zum Demokratie-Spiel.

Niklaus Oberholzer, Horw

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