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ISS ist auch für Amateurfunker erreichbar

«Kosmischer Zügelstress in Hergiswil», Ausgabe vom 25. Februar

Mit Erstaunen lese ich, die «Villa» hätte die «schweizweit einzige direkte Verbindung zu den Astronauten auf der Raumstation ISS».

Zum Glück für viele Jugendliche stimmt das so nicht! Die Nasa hat die ISS seit vielen Jahren mit einer Amateurfunk-station ausgerüstet. Über dieses Funkgerät können die Astronauten jederzeit mit Funkamateuren auf der ganzen Welt über Funk in Verbindung treten. Und zwar direkt, gänzlich ohne Zwischenschaltung von Mietleitungen und Ausrüstungen der ESA! Der Funkamateur benötigt dazu nur ein handelsübliches, erschwingliches VHF-FM-Funkgerät und eine Antenne auf dem Dach. Da die elektromagnetischen Wellen sich auf der dafür benützten Amateurfunkfrequenz von 145.800 MHz quasi-optisch ausbreiten, muss sich die ISS während der Funkverbindung über dem optischen Horizont befinden. Typischerweise findet die Verbindungsaufnahme («acquisition of signal») mit einer Schweizer Amateurfunkstation 2500 Kilometer entfernt über dem Golf von Biskaya statt. Die Funkverbindung hält dann während dem «Pass» (Überflug) über Europa etwa 10 Minuten in sehr guter Sprachqualität an und bricht erst ab, wenn die ISS über Kasachstan wieder unter den optischen Horizont verschwindet («loss of signal»). Jeder Jugendliche, der einen Kurs besucht und anschliessend die technische Fachprüfung für Funkamateure beim Bakom bestanden hat, kann und darf diesen faszinierenden direkten Funkkontakt zur ISS aufnehmen! Schon nur deswegen ist Amateurfunk ein äusserst vielseitiges und spannendes technisches und naturwissenschaftliches Hobby.

Eine weitere Vereinbarung zwischen der Nasa und den Funkamateuren ermöglicht die Durchführung von Schulkontakten mit der ISS. Diese Verbindungen sind dann ein Jahr im Voraus abgesprochen, damit sich die Schule organisieren kann. In der Zentralschweiz hat ein solcher Kontakt vor ein paar Jahren mit der Kantonsschule Zug (KSZ) stattgefunden, ein riesiges Erlebnis für Hunderte von Gymnasiasten. Schüler und Schülerinnen einer Klasse konnten während des Überflugs der ISS unter ihrem schuleigenen Amateurfunkrufzeichen HB9KSZ dem amerikanischen Bordkommandanten Mike Fossum direkt Fragen stellen, welche diese sofort aus dem All beantwortete. Ermöglicht haben dies damals die Zuger Funkamateure, die für dieses Projekt ihre Funkausrüstung und ihre fachliche Expertise zur Verfügung stellten.

Willi Vollenweider, Zug, Zentralpräsident Uska.ch, Union Schweizerischer Kurzwellen-Amateure

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