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Ist der Bebauungsplan schonend genug?

«Winkel: Darüber wird in Horw gestritten», Ausgabe vom 8. September

Als langjähriger Mitarbeiter im Horwer Bauamt (Umwelt- und Naturbeauftragter) kenne ich nicht nur den Winkel und das Steinibachried gut. Ich konnte auch viel Erfahrungen über das Baurecht sammeln. Und daher rate ich den Horwern eindringlich, Nein zu diesem Bebauungsplan zu sagen. Das wertvolle Ried, das Seeufer und die schöne Landschaft erfahren zu wenig Schutz. Dies ist der Hauptgrund, warum der WWF Luzern Einsprache eingereicht hat. Vor allem aber sind alleine die Bestim­mungen im Bebauungsplan rechtsverbindlich – keine Visualisierungen der Gemeinde/Investoren, keine Projekte/Ideen, keine «nicht vorhandenen Neubaupläne» der Korporation (beim Seehotel Sternen).

Künftige Gemeinderäte und Baufirmen müssen sich nicht nach dem richten, was heute in Absichtserklärungen und Gemeindebotschaften steht. Es gilt ab dem 25. September alleine das, was im verbindlichen Bebauungsplan steht, und das erlaubt und ermöglicht eben grosse Klötze direkt am Ufer (anstelle des heutigen Seehotels), überhohe Gebäude, die nicht zum Zollhaus und in den Winkel passen, oder eine grosse Tiefgarage, die das Grundwasser in der Gegend verändert.

Marc Germann, WWF Zentralschweiz, Luzern

Der Bebauungsplan Winkel steht im Gegenwind: Eine Allianz aus Pro Halbinsel, Pro Natura Basel, Landschaftsschutzverein Vierwaldstättersee, WWF Schweiz/WWF Luzern, Natur- und Vogelschutzverein Horw, Quartierverein Winkel und Genossenschaft Pro Zollhaus bekämpft diesen vehement. Die Kritik und die Einsprachen gegen die erste Version des Bebauungsplanes waren nachvollziehbar und führten zu einer massiven Reduktion der Bauvolumen. So dürfen die vier geplanten Wohnhäuser noch maximal drei Stockwerke haben. Die nun vorliegende redimensionierte und ortsbildverträgliche Vorlage wird jedoch von den Kontrahenten weiterhin und unvermindert abgelehnt. Dies legt die Vermutung nahe, dass es letztlich darum geht, das Bauen im Winkel komplett zu verhindern oder so lange wie möglich zu verzögern. Eine massvolle und zeitgemässe Weiterentwicklung des Winkels ist für die Gemeinde Horw wichtig und wird mit dem vorliegenden Bebauungsplan ermöglicht. Die Horwerinnen und Horwer tun gut daran, diesem zuzustimmen.

Marco Mannhart, Horw

Das Zollhaus, notabene aus dem 16. Jahrhundert, hätte vor 20 Jahren im Auftrag des Gemeinderates Horw abgerissen werden sollen. Es sollte einer modernen Holzkonstruktion Platz machen. Sofort regte sich Widerstand unter der Bevölkerung. Unterschriften wurden gesammelt, die Genossenschaft Pro Zollhaus wurde gegründet. Ein tatkräftiger Vorstand packte an. Es gab eine grosse Zahl von Freiwilligen. Die Fäden liefen bei mir, dem damaligen Präsidenten, zusammen. Der Gemeinderat lenkte ein. Das Zollhaus wurde renoviert, steht als Kernstück des Weilers Winkel da und ist belebt. Angrenzend an das Zollhaus liegt die grüne Parzelle 439, die früher dem Zollhaus gehörte. Heute gehört sie der Gemeinde. Soll diese Parzelle einem klotzigen Neubau geopfert werden, der das Zollhaus erdrückt? Wir verlangen im Anschluss an das Zollhaus eine naturnahe, öffentliche Gestaltung der Parzelle 439. Darum sagen wir zum Bebauungsplan Nein.

Herbert Blaser, Horw

Der Artikel beschönigt die Fakten. So liest man: Bei einem Ersatzbau dürfe das Hotel Sternen nur unwesentlich höher werden. Aber: Der Bebauungsplan erlaubt eine massive Erweiterung, denn heute sind die Bereiche Küche, Rezeption und Saal eingeschossig. Neu dürfte über die gesamte Grundfläche vollgeschossig über die Höhe des höchsten Giebels gebaut werden. Die Nutzung im Erdgeschoss soll der Öffentlichkeit zur Verfügung stehen. Aber: Der Bebauungsplan beschränkt diese Forderung auf einen prioritären Teil des Erdgeschosses. Der Vertrag mit dem heutigen Pächter läuft noch bis 2028. Aber: In gegenseitigem Einverständnis kann er von heute auf morgen aufgelöst werden. Die Korporation Horw als Eigentümerin hat keine Pläne, das Hotel abzureissen. Aber: Der Bebauungsplan schafft neue Rechtsgrundlagen für die Ewigkeit. Lassen Sie sich nicht suggerieren, es bleibe alles beim Alten! Der Anreiz für eine Erweiterung und Umnutzung wird geschaffen.

Iris Szarka,

Horw

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