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Ist diese Revitalisierung gut für die Natur?

«Oberkirch: Die Sure ist nicht tot», Ausgabe vom 8. Februar
Kurt Eichenberger, Wwf Luzern, Luzern

Berufsfischer Hofer nimmt in dieser Zeitung Stellung zur geplanten Revitalisierung der Sure in der Gemeinde Oberkirch. Sein Vorwurf im Namen des Nein-Komitees: Die Natur werde der Freizeitnutzung geopfert. Da hier ein Projekt zu Gunsten der Natur mitunter von Fischern und grünen Politikern bekämpft wird, hat sich auch der WWF Luzern mit dem Dossier befasst und sich kürzlich vor Ort ein Bild gemacht. Fazit: Die Vorteile der geplanten Revitalisierung überwiegen.

Es profitieren sowohl die Natur als auch der Mensch. Deshalb ist der WWF auch dem Ja-Komitee beigetreten. Allerdings sollten im späteren Bauprojekt gewisse Kritikpunkte von Fischer Hofer aufgenommen werden. So ist unserer Meinung nach der Zugang auf den ersten 600 Metern nach dem Ausfluss der Sure aus dem Sempachersee zu stark auf Freizeitnutzung ausgelegt. Und Kies gab es an der Sure tatsächlich nie. Auch auf die Beschattung sollte noch im Detail eingegangen, auch wenn am Südufer die Bepflanzung stehen bleibt. Der WWF empfiehlt deshalb den Oberkirchnern ein Ja und dem Kanton, beim Bauprojekt in gewissen Fragen nochmals über die Bücher zu gehen.

Kurt Eichenberger, WWF Luzern, Luzern

Am 4. März stimme ich gegen die Oberkircher Denaturierungsvorlage. Man stelle sich die Grossbaustelle Sure vor nach ein, zwei Jahren Bautätigkeit. Auch ohne Baumaschinen wird es aussehen, als wäre eine Autobahn gebaut worden. Riesige Erdverschiebungen lassen die immense Naturzerstörung erahnen. Der natürlich angelegte Flusslauf wurde künstlich verändert. Kerngesunde Bäume samt ihren uferstabilisierenden Wurzelstöcken sind weg, die Fischen und Wassertieren überlebenswichtiger Unterschlupf waren. Seither sucht man sie vergebens in der Sure: keine schutz- und schattenspendenden Bäume mehr, dafür seichtes, arg beschienenes und überwärmtes Wasser. Auch die Muscheln sind verschwunden. Und mit den abgeholzten Hochstämmern fehlen all jene Vögel, die ihre Nester nur in grosser Höhe bauen. Ich stelle mir vor, wie entlang unserer Sure die Gemeindearbeiter auch am Tag X den Abfall wegräumen und Glasscherben und Aludosen einsammeln. Etliche Spaziergänger und Freizeitsportler sind bereits unterwegs, und bald kommen die Badegäste. Nur, wo sind die versprochenen Vögel geblieben? Die Kleintiere und Amphibien, die Schmetterlinge, Libellen und dergleichen mehr?

Gehört die Sure vielleicht nur heute nicht der Natur und den Ruhesuchenden? Ist es besser anderntags oder abends? Wieder falsch, denn nun steigen die Partys. Es darf angekarrt, gebadet und gepaddelt, gefeiert und die Luft möglichst basslastig beschallt werden. Und je länger der Abend, je mehr zeigen der Alkohol und anderer zugeführter Stoff ihre Wirkung, Nachtruhestörung und eventueller Vandalismus inbegriffen. Das nennt sich Renaturierung und soll uns 2,6 Millionen Franken wert sein?

Claudia Meier-Preuschoff, Oberkirch

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