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Kegelbahn: Abrisspläne haben Volksseele aufwallen lassen

«Kriens: Im Hochwald droht Willkür», Ausgabe vom 26. Januar
Erwin Schwarz, Einwohnerrat Fdp, Kriens

In einer ausführlichen Analyse zeigt diese Zeitung die rechtliche Situation im Zusammenhang mit dem Abriss der Naturkegelbahn beim Naturfreundehaus auf der Krienseregg auf.

Rechtlich gibt es an der Argumentation vom Redaktor Christian Glaus grundsätzlich nichts zu rütteln. Aber wenn vorgängig der Gemeinderat dieses Bauwerk von öffentlichem Interesse dulden wollte und auch der Kanton damit einverstanden war, bewegen wir uns vermutlich rechtlich auf dünnem Eis.

Ein Gerichtsentscheid wäre in diesem Falle interessant gewesen. Aber nach der Vereinbarung der Pro Natura mit den Kegelbahn-Betreibern konnte dieser Rechtsgang gebodigt werden. Wer hat schon so viel Geld für langwierige Prozesse wie unsere Verbände?

Fast jeder Bürger ist heute in seiner Seele ein wenig grün. Das Umweltverständnis hat in den letzten Jahren und Jahrzehnten in breiten Bevölkerungskreisen gewaltig an Akzeptanz gewonnen. Trotzdem hat der Abriss dieser Naturkegelbahn die Volksseele in Kriens aufwallen lassen. Es geht nicht nur um Umwelt und Gesetze, es geht auch um ein Stück Heimat.

Wenn fast alle Frauen und Männer der SVP, CVP/JCVP und der FDP das Dringliche Postulat von Patrick Koch zur Rettung der Naturkegelbahn unterzeichnet und im Rat dann auch überwiesen haben, ist das ein starkes Zeichen. Denn sie alle sind überzeugt, eine Mehrheit ihrer Wählerinnen und Wähler hinter sich zu wissen. Die primäre Aufgabe des Parlamentes ist ja, das Volk zu vertreten. Ist das Willkür?

Wohl kaum! Es gilt zu unterscheiden von Bauten privater Besitzer und Bauten von öffentlichem Interesse. Das Weiterleben oder der Abriss dieser Kegelbahn ist sicher keine Schicksalsfrage. Trotzdem bewegt sie die Gemüter. Demokratie muss jeden Tag neu erkämpft und definiert werden. Die öffentliche Diskussion über eine Kegelbahn am äussersten Rande eines Hochmoores muss geführt werden. Es gibt vielleicht Werte, die höher zu gewichten sind als der äusserste Rand eines Hochmoores. Deshalb lohnt es sich, dass eine Mehrheit des Einwohner­rates Kriens den Weg der politischen Korrektheit ein klein wenig verlassen hat und einen Farbtupfer in den grauen politischen Alltag gesetzt hat.

Zum Schluss sei noch die Frage erlaubt, was dem sehr schönen Hochmoor wohl eher schaden wird: der Abriss der Kegelbahn, bei dem Baumaschinen auffahren werden, oder ab und zu ein Kegelwettkampf unter Naturfreunden mit wunderbarem Ausblick in die einmalige Landschaft?

Erwin Schwarz, Einwohnerrat FDP, Kriens

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