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Kraftwerk Erstfeld: Wurde da nicht gemauschelt?

Nutzung der Wasserkraft am Alpbach
Robert Zurfluh, Talweg 7, Erstfeld

Mit einer Medienmitteilung vom 7. März orientiert die Baudirektion Uri, dass für die Nutzung der Wasserkraft am Erstfelder Alpbach, Stufe ab Schopfen, ein wichtiger Fortschritt erzielt worden sei. Die Gemeindewerke Erstfeld, die Elektrizitätswerk Altdorf AG, der Kanton Uri und die Korporation Uri hätten einen gemeinsamen Projektvertrag unterzeichnet. In dieser Mitteilung wird auch nicht verschwiegen, dass sich neben der EWA AG noch ein zweiter Bewerber um diese Konzession bemüht.

Ein ähnliches Vorgehen wurde auch schon vor einigen Jahren gewählt, als die Konzessions­gesuche für die mittlerweile abgeschriebene Nutzung der Stufe Bodenberge-Niederhofen zur Diskussion standen. Der grosse Unterschied zu heute liegt jedoch darin, dass damals die Konzessionsgesuche bereits eingereicht waren und sich die Gesuchsteller im Vorfeld einer Vertragsunterzeichnung auf ein gemeinsames Projekt geeinigt hatten.

Bei dem nun publizierten Vertragsabschluss muss man jedoch wissen, dass bis zum heutigen Zeitpunkt nur die KW Alpbach AG eine Voreinfrage für eine Konzession Schopfen–Spätach eingereicht hat. Trotzdem hat man sich für ein Projekt, von dem man nichts weiss und welches nie vorgestellt wurde, entschieden.

Die Aufgabe der Baudirektion Uri besteht darin, dass die Behörde alle eingehenden Gesuche neutral beurteilen muss, um anschliessend dem Regierungsrat respektive dem Landrat einen passenden Antrag zu stellen. Diese Neutralität ist mit dem soeben gewählten Vorgehen absolut nicht gegeben. Denn da wurde ein Gesuchsteller, bereits bevor die entsprechenden Projekte auch nur ansatzweise überprüft werden konnten, dem anderen vorgezogen.

Dass die EWA AG und die Gemeindewerke Erstfeld sich auf so einen Vertrag einigen, ist ihr gutes Recht. Weniger gutes Recht ist jedoch, wenn die Baudirektion und mit ihr auch noch die Korporation Uri bereits zu diesem Zeitpunkt mit im Boot sitzen. Da stellt sich wohl die Frage: Ist das wirklich rechtens und im Sinne des Volkes, oder wird da eine Firma von vornherein bevorzugt behandelt? Sollte das Zweite der Fall sein, wäre dieser Vorgang sicher nicht weit von illegaler Begünstigung entfernt anzuordnen.

Im Rückbezug auf den Medienartikel zur Alpbach-Konzession vom 3. März fragt man sich, wie es zu einer Aussage von Seite der Regierung kommt, dass die KW Alpbach AG kein geeigneter Partner für das Projekt sei. Dies stimmt so nicht, denn der Präsident der AG, Paul Furrer, betreibt seit 1980 sein eigenes Kraftwerk am Alpbach und verfügt somit über viel Erfahrung im Bereich der Wasserkraftnutzung. Zudem kennt er als gebürtiger Talbewohner das Gebiet Erstfeldertal wie kein anderer. Hinzuzufügen ist, dass er einer der Bauherren und Bauleiter der KW Fellitobel AG in Gurtnellen ist. Das beweist doch, das auch Private ein Wasserkraftwerk seriös bauen können.

Die KW Alpbach AG verfügt bereits über ein fertig ausgearbeitetes Projekt am Alpbach, ab Schopfen, das keine Gefahr für die bisherige Quellwasserversorgung der Erstfelderinnen und Erstfelder darstellt. Ein Bau eines Stollens durch die KW Erstfeldertal, von welchem die Rede ist, könnte möglicherweise zum Zerfall der bestehenden Helltalquellen führen. Für die angeprangerte Linienführung der Druckleitung durch die provisorisch ausgeschiedene Schutzzone S1 ist meines Erachtens eine Lösung durch eine Umgehung der Schutzzone möglich. Werden da nicht durch Unwissende Haare in der Suppe gesucht?

Ein wichtiger Punkt ist auch die Finanzierung und die Realisierung. Der Strombezüger würde sich bestimmt über das rund 10 bis 15 Millionen billigere Projekt der KW Alpbach AG freuen.

Robert Zurfluh, Talweg 7, Erstfeld

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