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Leserbrief

Krankenkassen: «Gesund ist nur, was jährlich wächst»

«Gesundheitskosten: So können Sie Prämien sparen», Ausgabe vom 25. September

Eines ist sicher, die Erhöhungen der Kassenprämien sind zuverlässiger als Lohnerhöhungen. Wenn man diesen Teufelskreis durchbrechen wollte, bräuchte es einen Politikwechsel. Im heutigen System der Gesundheitsdienstleistung sind Prämienerhöhungen systembedingt. Denn alle Beteiligten wollen Gewinn erwirtschaften oder sollen Gewinn abwerfen. Und nicht nur das, es muss überdies jedes Jahr möglichst auch noch eine Gewinnsteigerung drinnen liegen. Das Kantonsspital, eine Aktiengesellschaft, soll nicht nur kostendeckend seine Dienste am Volk zur Verfügung stellen, sondern es ist eine «Kuh, die gemolken werden soll». Die Gewinne aus dem Spitalbetrieb hat der Kanton fest ins jährliche Budget eingerechnet. Die Krankenkassen sind ebenfalls AGs, welche der Dividende ihrer Aktionäre verpflichtet sind, und dort gilt: «Gesund ist nur, was jährlich wächst!» Die Ärzte wünschen nicht nur Kostendeckung, sondern einen Bonus. Und nicht zuletzt sind die Patienten sehr oft auch für jeglichen Schnickschnack auf Krankenkasse zu haben, wenn die Jahres-Franchise durch ist. Denn «die Krankenkassenprämien waren schon sehr teuer, und es soll sich irgendwo privat lohnen». Alles, was Kosten sparen soll, führt im bestehenden, gewinnorientierten System zu Einbussen bei einer der beteiligten Parteien. Die Folge sind Umlagerungen und Kostensteigerungen an einem anderen Ort, um den jeweiligen Jahresgewinn zu retten. Wollte man Prämienerhöhungen und eben auch die kantonalen Prämienverbilligungen für Bedürftige vermeiden oder wesentlich senken, müsste man wohl einen Systemwechsel vornehmen, mit Spitälern und Kassen, die nur funktionieren müssen und nicht auch noch steigende Gewinne generieren. Und es bräuchte ein Umdenken bezüglich dem allzu menschlichen Profitdenken bei den natürlichen Akteuren.

Markus Oldendorf, Oberkirch

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