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Kunst am Bau im Neat-Dorf Erstfeld

Zum Nein zum Kredit für die ATG-Aussichtsplattform in Erstfeld
Paul Jans-Käch, Erstfeld

Anlässlich der letzten Gemeindeversammlung lehnte der Erstfelder Souverän die Offerte zur Übernahme der Aussichtsplattform im Rynächt ab. Verschiedene Gründe, wie der noch nicht definierte künftige Standort oder die Tatsache, dass noch andere Gebäude zu erwerben seien, führten zu diesem negativen Volksentscheid.

Eigentlich schade, warum? Während in der ganzen Schweiz die Hauptbahnhöfe umgebaut und mit einem obligaten künstlerischen Schmuck versehen werden, wird die nächste Generation am Portal des längsten und milliardenschweren Bahntunnels der Welt weder an die Vergangenheit noch an die Bauzeit erinnert. Das Schwerverkehrszentrum wurde bei der Einfahrt mit einer Skulptur versehen, der Loppertunnel mit Achereggbrücke gar mit einer Kapelle. In Airolo erinnert ein Denkmal an die tödlich verunfallten Arbeiter beim Bau des Bahntunnels. Der «Elefant», eine historische Dampflock, zierte einst das Depotareal. Diese steht inzwischen im Verkehrshaus Luzern. Das historische «Krokodil», durch Depotarbeiter sorgfältig präpariert und durch den Verkehrsverein finanziert, zierte den Verkehrsverein-Ortsprospekt. Es soll künftig in Oerlikon als Denkmal dienen.

Anlässlich der Feier des Jubiläums 125 Jahre Gotthardbahn im Jahre 2007 warb mit Erfolg ein Panoramaturm für Bahn und Dorf. Es wäre den Verantwortlichen des Neat-Bauwerkes gut angestanden, statt einer Gratisabgabe der Aussichtsplattform vom Rynächt sich auch für den Standort und den Wiederaufbau verantwortlich zu zeigen. Hier herrscht noch Handlungsbedarf für ein Zeichen zu Gunsten unserer Touristen und der kommenden Generationen.

Nach über 130 Jahren wurde das SBB-Gelände eingezäunt. Bis anhin gehörte die Bahn zum Dorf und das Dorf zur Bahn. Doch heute wirkt die Bahn wie ein Fremdkörper mit dem fahlen Nebengeschmack, es könnte sich um ein zweites Guantanamo handeln. Mindestens wäre dies ein schlechter Ersatz für die übliche Praxis, Prestigeobjekte der Bahn mit Kunst am Bau zu verschönern.

Eines ist sicher, eine Plattform für Einheimische und Besucher am ursprünglichen Standort des Panoramaturms hätte nach der Milliardeninvestition in die Neat nur ein Gewinn sein können. Erstfeld hätte es verdient. Wer weiss, vielleicht dringt diese Einsicht noch in die Etagen der verantwortlichen Stellen.

Paul Jans-Käch, Erstfeld

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