Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Konto per E-Mail erhalten.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Leserbrief

Lebensstandard von Arbeitnehmern und Rentnern steigern

«AHV-Plan weckt Widerstand» und Kommentar «Länger leben, länger arbeiten», Ausgabe vom 29. Juni

Die AHV soll reformiert werden. Dabei geht es um Reformen im negativen Sinne. Steht es so schlecht um die AHV? Vergleichen wir, was man in früheren Jahren prognostiziert hatte: Der Zürcher «Tagesanzeiger» referierte in den Achtziger Jahren eine Studie aus Schweden. Diese ging von der Annahme eines permanenten Produktivitätswachstums aus. Die angenommenen Produktivitätssteigerungen ermöglichten nicht nur die Finanzierung der Rentenkosten einer erhöhten Lebenserwartung, sondern sie machten bis 2010 sogar eine Herabsetzung des Rentenalters und zwar auf das Alter 40 (!) möglich.

Eine einfache Berechnung ergibt dazu Folgendes: Ein Produktivitätswachstum von jährlich 2 Prozent akkumuliert sich innerhalb von 30 Jahren auf einen Wert von über 80 Prozent auf. Und wenn wir das Gründungsjahr der AHV als Basis verwenden, dann haben wir nach 70 Jahren eine Vervierfachung der Produktivität. Da wirkt die Zunahme der Lebenserwartung eines 65-Jährigen von 12 auf 20 Jahre gering.

Dass so ein Produktivitätswachstum auch tatsächlich eintritt, ergibt schon die Lektüre der Zeitung. Computer haben ihre Leistungsfähigkeit innerhalb weniger Jahrzehnte ins Unermessliche gesteigert.

Oder betrachten wir die Entwicklung der Messtechnik: Gravitationswellendetektoren können Bewegungen in der Grössenordnung von weniger als einem billiardsten Teil eines Millimeters feststellen. Eine Technik, welche solches leistet, sollte auch eine Steigerung des Lebensstandards ermöglichen. Stattdessen stagnieren seit Jahren die durchschnittlichen Löhne. Ein grosser Teil der AHV ist mit Lohnprozenten finanziert. Ohne Lohnsteigerungen gibt es aus diesem Topf keine Mehreinnahmen für die AHV. Stagnierende Löhne wirken sich auch auf den Konsum und die Mehrwertsteuereinnahmen der AHV aus.

Statt darüber zu reden, wie man Arbeitnehmer und Rentner an den Produktivitätsgewinnen beteiligen könnte, werden Aktive und Rentner gegeneinander ausgespielt. Man sollte besser prüfen, wie sich der technische Fortschritt einsetzen liesse, um den Lebensstandard von Arbeitnehmern und Rentnern zu steigern. Es wäre ein eklatantes Versagen unserer Wirtschaftsordnung, wenn das nicht möglich wäre.

Günter Baigger, Dr. sc.math., Kriens

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.