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Lesermeinungen zum Erhalt der Schule in Finstersee

«Nur die CVP ist gegen Schulschliessung», Ausgabe vom 16. Februar

Informationsveranstaltungen und Podiumsrunde haben aufgezeigt, dass die Schule in einem Dorf nicht nur schulische Belange abdeckt, sondern auch eine gesellschaftliche und kulturelle Funktion wahrnimmt, und einen wichtigen Teil zu einem «aktiven» Dorfleben beiträgt.

Familien haben bisher Finstersee als ihren Wohnort gewählt, weil für sie Wohnqualität und bestehende Infrastruktur so stimmten. Dass ihre Kinder die ersten Schuljahre am Wohnort in einem kleinen schulischen Umfeld in unmittelbarer Nähe des Zuhauses besuchen können, war ein wichtiges Element bei der Wahl. Bei einer Schliessung des Schulstandortes verliert Finstersee ohne Wenn und Aber an Qualität bei Wohnen und Bildung. Erhaltung und Förderung der Wohnqualität im Ort hat der Gemeinderat Menzingen im Jahr 2017 in seinem Leitbild definiert, das pure Gegenteil davon soll nun in Finstersee umgesetzt werden.

Menzingen rühmt sich als Bildungsstandort mit langer Tradition. Irgendwie passt da die Schliessung einer Schule nicht so recht ins Bild. Anlässlich der Podiumsrunde hat sich gezeigt, dass sich aus «schulischer Sichtweise» eine Schliessung nicht aufdrängt. Bei der vor einigen Jahren erfolgten Ansiedlung des kantonalen Gymnasiums in Menzingen, lautete ein Argument des Gemeinderates die überschaubare Grösse der neuen Schule sei ein Vorteil. Ein paar Jahre später wird nun ein kleiner überschaubarer Standort als nachteilig angesehen und die Integration in die «zentrale» Schulinfrastruktur als beste Lösung dargestellt.

In den Abstimmungsunterlagen wird eine Sanierungssumme von 1,7 Millionen Franken präsentiert, eine Summe lediglich basierend auf einer groben Schätzung, jedoch keine erklärenden Angaben, was denn eigentlich zu sanieren wäre. Der Bevölkerung wird vermittelt, dass bei einer Schliessung der Schule diese Summe eingespart werden könne. Ein paar Seiten später folgt ein Hinweis, dass der Gemeinderat eine für Finstersee identitätsstiftende Nutzung des Gebäudes plane, allerdings werden dabei wohlweislich keine Aussagen gemacht, wie hoch allfällige Sanierungskosten (weniger, gleichviel, mehr!) anfallen werden. Ich meine, Finstersee benötigt nicht eine zentrumsbildende und identitätsstiftende Nutzung des Areals, die Aufrechterhaltung des Schulstandortes reicht aus. Mit einem Nein an der Urne bleibt auch Finstersee weiterhin ein attraktiver Standort in der Gemeinde.

Die Befürworter einer Schliessung des Schulstandortes argumentieren hauptsächlich mit den finanziellen Einsparungen (was sich dann noch zeigen müsste!) und den Möglichkeiten einer besseren Integration der Schüler in der Gemeinde. Das Argument der Integration erstaunt, ja irritiert mich, ich war der Meinung, die Schüler (und auch die Einwohner) von Finstersee wären eigentlich schon in der gesamten Gemeinde integriert, denn Schüler und Erwachsene «pflegen ihr soziales Netzwerk» bereits heute als Mitglieder in den verschiedensten örtlichen Vereinen.

Konrad Fuchs, Finstersee

Es ist meine persönliche Art, mich unabhängig von der Thematik, den Aufgaben stets lösungsorientiert, nachhaltig und kreativ zu stellen. Mit Persönlichkeitskult und der ständigen Frage nach dem wer habe ich nichts am Hut. Die Frage liegt in der Sache, im wie und was.

Daher ist es mir äusserst schwergefallen diesen Leserbrief zu verfassen, denn ich hätte sehr gerne etwas zur inhaltlichen Sache betreffend Standortförderung – Entwicklung der Gemeinde beigetragen, dies im speziellen auch im Bezug eines zukünftigen Bildungsstandortes Menzingen.

Jedoch die Aussage von Thomas Magnusson in der «Zuger Zeitung» 16. Februar, «mit der Schliessung der Schule können die Finsterseer von Beginn weg ihr soziales Netzwerk innerhalb der Gemeinde aufbauen», hat bei mir alle Alarmglocken klingeln lassen, hat mich traurig berührt.

Zur Klarheit; ich kenne Herrn Magnusson aus einigen kurzen Begegnungen, weiter haben wir keinerlei Berührungspunkte, ich habe ihn schon zweimal mündlich eingeladen, die aktiven Dorfentwicklungsbemühungen von Finstersee anzuschauen, habe aber nie etwas gehört.

Es ist absurd und weltfremd, wenn nach 210 Jahren erfolgreicher Schule Finstersee, den Finsterseern in einer «verdeckten» Form unterstellt wird, dass sie mit einer Zusammenlegung der Schulen jetzt dann («endlich») von Beginn ihres Lebens an, sich in der Gemeinde ihr soziales Netzwerk aufbauen können!

Ist Herr Magnusson überhaupt bewusst, was alles in der Gemeinde ist und was wo passiert? Wo der Mülibach, die Chnollenweid, das Bildstöckli Brettigen, die Oberschwelli, das Schönbüel, die Schönegg, der Weidhof, das Hintercher, das Nussli, der Ruusen, das Blackchrüz, das Greit, der Chälenhof, usw. ... liegt?

Ist ihm überhaupt bewusst, dass die beiden erfolgreichen gastronomischen Begegnungsorte Edlibacherhof und Café Schlüssel über 30 Jahre geprägt wurden von unternehmerischen Finsterseern?

Und ist es dem FDP-Präsidenten überhaupt bewusst, dass viele Führungskräfte in Vereinen oder Institutionen der Gemeinde wie z.B. Turnverein, Pfadi, Prosecco Chor, Jodler und ... ihr Daheim, ihre Wurzeln in Finstersee haben, dass die Kinder-Jugendlichen in zahlreichen Vereinen, in der Musik usw. ..., seit Jahrzehnten bestens in der Gemeinde integriert sind? Die Auflistung könnte problemlos weitergeführt werden!

Seine Aussage ist beängstigend. Es ist eine Erniedrigung für alle Menschen aus Finstersee, welche sich über 200 Jahre für die Gemeinde engagiert und aktiv integriert haben und es weiter tun. Ich möchte nicht, dass meine und unsere Kinder sich in einem Lebensraum mit solchen abwegigen Strategien entwickeln müssen!

Auch aus unternehmerischer Sicht, welcher Magnusson als FDP-Präsident sehr nahe steht, sind die Aussagen im Bericht ein absoluter Affront, dies nur schon den rund 30 Unternehmern/Landwirtschaftsbetrieben in Finstersee gegenüber.

Dörfler von Menzingen, Edlibächler, Finsterseer, die Menschen in den vielen Weilern, Quartieren und Gehöften sind die Vielfalt, die Würze und zusammen waren, und sind wir im ganzen immer Menzinger.

Ich wünsche mir, dass dies so bleibt, dass keine Einheitsbrei-Zweiklassengesellschaft bereits auf Gemeindeebene geschaffen wird. Daher Nein zur Schulschliessung.

Josef «Seby» Elsener, Finstersee

Die CVP lud ihre Mitglieder zur Parteiversammlung ein, um sich mit der Zukunft der Schule Finstersee auseinanderzusetzen. Man redete miteinander und die Abstimmungsparole ergab sich aus dem gegenseitigen Austausch. Wer hätte etwas davon, wenn die Schule in Finstersee geschlossen würde? Wenn auch die kleinen Schüler von Finstersee mit einem zusätzlichen Schulbus nach Menzingen gebracht werden müssten? Wenn man ihnen in Menzingen zusätzlich Platz und Personal für Mittagstisch und Betreuung bereitstellen müsste? Das eindeutige Ergebnis der CVP-Versammlung war: Nein zur Schulschliessung.

Wie gegensätzlich anders stehen dagegen die Aussagen der SVP und allen voran der FDP. Doch darüber haben keine Parteiversammlungen befunden. Die Parteibasis wird da gewiss nicht der gleichen Meinung sein. Namhafte Mitglieder beider Parteien haben sich gegen die Schliessung der Schule Finstersee gewandt. Und auf sie zählen wir. Sie denken nachhaltiger und nicht so oberflächlich wie: «Wir schätzen das Engagement der Finsterseer für die Gemeinde», ohne sich dabei zu überlegen, dass es so nicht weitergehen würde. Weiss man doch, wenn in einem Dorf keine Schule mehr da ist, wird es auch keine Familien mit Kindern mehr geben. Das Dörfchen Finstersee würde aussterben. Und es klingt fast schon zynisch, wenn man den Eltern einreden will, ihre Kinder bekämen einen Vorteil, wenn sie «ihr soziales Netzwerk von Beginn weg innerhalb der gesamten Gemeinde aufbauen».

Der Zentralpräsident der Schweizer Lehrerschaft, Beat Zemp, sagte im Schweizer Fernsehen: «Dass man in der Schweiz zu Fuss, vor Ort in die Schule gehen kann, ist eine so wichtige Eigenschaft, die wir uns nicht nehmen lassen sollten, nur weil das etwas kostet, so wie jetzt in Finstersee, wo man das Schulhaus renovieren sollte. Das ist eine sehr kurzfristige Argumentation. Letztlich wissen wir, dass viele Dörfer überaltern und schliesslich sterben, wenn keine Schule mehr dort ist.»

Wir appellieren an die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger mit der Bitte, stimmen auch Sie Nein zur Aufhebung des Schulstandortes Finstersee.

Für das Gegenkomitee «Mitenand pro Schule»: Brigitte Blättler, Finstersee

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