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Lesermeinungen zum Hochhausreglement der Stadt Zug

Zur Abstimmung vom 26. November in der Stadt Zug über das Hochhausreglement

Derzeit wird in den Leserbriefspalten das Hochhausreglement der Stadt Zug kontrovers diskutiert. Einige Punkte bedürfen der Klarstellung. Das Hochhausreglement will Hochhäuser in der Stadt nur in eng definierten Zonen zulassen. Diese sind höhenmässig unterteilt in 30 Meter, 50 Meter und 60 Meter, wobei es Ausnahmen bis Maximum 80 Meter in dieser letzten Zone gibt. Dieses Höherbaurecht kann allerdings unter anderem nur gewährt werden, falls der Öffentlichkeit ein Nutzen zugutekommt.

Das ist gut so, denn wir wollen keinen masslosen Hochhausbau in der ganzen Stadt. Ohne Hochhausreglement könnte man, wie in Zürich geplant, beispielsweise einen 137 Meter hohen Turm in die Stadt knallen, wäre das gut für die kleine Stadt Zug? Zudem könnte man ohne Hochhausreglement auch weiterhin Bauten wie die Chamerstrasse 117 direkt an den See stellen – wollen wir das wirklich?

Sie sehen, heute ist der Bau von Hochhäusern nicht klar geregelt. Linke Vertreter, die gegen das Hochhausreglement wettern, nehmen in Kauf, dass die Qualität im Hochhausbau nachrangig wird. Gefördert würde einzig der Wildwuchs, den wir im Moment haben. Lassen Sie sich also nicht beirren. Nur mit dem Hochhausreglement werden klare Regeln geschaffen. Eine Vielzahl architektonischer Ansprüche wird zur Pflicht und es muss immer ein Bebauungsplan erstellt werden, der dem Grossen Gemeinderat zur Genehmigung vorgelegt werden muss und gegen den das Referendum ergriffen werden kann. Auch die Höhe der Hochhäuser wird in den wenigen eng definierten Zonen klar geregelt, abgestuft und damit verträglich gestaltet.

Darum habe ich mich im Grossen Gemeinderat von Zug mit Überzeugung fürs Hochhausreglement eingesetzt. Ich danke den Gemeinderäten der SVP, FDP, GLP und CVP für die gute Arbeit. Denn dieses nachhaltige Reglement ist nur dank den bürgerlichen Parteien zu Stande gekommen. Darum aus Überzeugung Ja zum Hochhausreglement.

Gregor R. Bruhin, Fraktionspräsident SVP im GGR, Zug

Ende November werden wir in der Stadt Zug über das umstrittene Hochausreglement abstimmen. Vielleicht haben Sie die Abstimmungsbroschüre bereits studiert und ebenfalls festgestellt, dass dieses Reglement Tür und Tor öffnet für eine weitere Profitmaximierung gewisser Investoren. Der Stadtrat brachte einen vernünftigen Vorschlag für eine zeitgemässe Hochhausplanung in den Grossen Gemeinderat. Dort haben gewisse Kräfte die Vorarbeit der Exekutive und der Bau- und Planungskommission arg zerzaust. Für künftige Hochhäuser würde sogar die Möglichkeit geschaffen, die Höhe des Park Towers von 81 Metern zu überschreiten. Die im neuen Reglement erwähnte maximale Höhe von 80 Metern ist im Reglement lediglich in einer «Sollvorschrift» aufgeführt. Auch sollen keine Grundflächen mehr für Hochhausparzellen vorgeschrieben werden. Die Verdichtung wird die gewachsene Stadtstruktur unserer schönen Stadt zerstören. Die massive Ausweitung der Hochhausgebiete bis hinaus in die Lorzenallmend können sie in den Abstimmungsunterlagen ebenfalls sehen. Mit dieser Planungsgrundlage würde unsere Stadt noch gesichtsloser, noch anonymer werden. Wollen wir das und erst noch zum Nulltarif für die Bevölkerung?

Weshalb zum Nulltarif? Die Debatte im Kantonsrat bei der Umsetzung des neuen Raumplanungsrechtes hat einmal mehr gezeigt, dass bei der vom Bund vorgeschlagenen Mehrwertabschöpfung nur ein Minimum vorgeschrieben werden soll. Den Gemeinden soll das Mitbestimmungsrecht verweigert werden. Für die innere Verdichtung und deren Mehrwert sollen nur die Investoren und Eigentümer profitieren. Die Gemeinden werden für den enormen Mehrwert der Aufzonungen wohl leer ausgehen. Die daraus folgenden massiven Infrastrukturkosten (Strassen, Kanalisation, Schulen etc.) werden wohl vollumfänglich aus der allgemeinen Steuerkasse bezahlt werden müssen.

Hochhausreglement und Revision des Planungs- und Baugesetzes steuern in die falsche Richtung. Der Souverän wird da die Weichen stellen müssen. Die künftigen Generationen haben das Recht, auf einer menschenfreundlichen Stadtplanung aufbauen zu können. Darum gibt es nur ein Nein zum vorliegenden Hochhausreglement.

Andreas Bossard, alt Stadtrat CSP, Oberwil

Wenn man die Abstimmungsunterlagen studiert, könnte man meinen, dass es nun endlich ein Reglement gibt, um das unkontrollierte Bauen von Hochhäusern in der Stadt Zug zu regeln. An mehreren Stellen wird dies dem Stimmbürger suggeriert. Weit gefehlt: Mit diesem Reglement wird die bestehende Bauordnung massiv ausgehebelt. Der §2 des Hochhausreglements (siehe Abstimmungsunterlagen Seite 14) definiert «Die bestehende Bauordnung vom 7. April 2009 ist anwendbar, sofern das vorliegende Reglement davon abweicht.» Das bedeutet also: Das Hochhausreglement geht rechtlich vor. Alle bestehenden Regeln und Erfahrungen, die in Jahrzehnten in die Bauordnung eingeflossen sind, gelten im Hochhausgebiet nicht. Man hat sich nicht die Mühe genommen (mit Absicht?), dieses Hochhausreglement korrekt in die bestehende Bauordnung einzubinden. Dafür hätte man 10 Jahre Zeit gehabt. So wird halt einfach bestehendes Recht ausgehebelt. Das wird die Juristen freuen. Jeder, der im Hochhausgebiet bereits Eigentum hat oder am Rande wohnt, verliert bestehendes Recht (zum Beispiel Aussicht oder Schattenwurf). Stattdessen sind massive Verdichtungen vorgesehen. Es sollen nach Vorgabe durch den Kanton Ausnutzungen bis zu 3,5 zum Tragen kommen. Zur Erinnerung: Beim abgelehnten Bebauungsplan Neufeld war eine Ausnutzung von 2,2 vorgesehen. Also zusätzlich 60 Prozent mehr Verdichtung als beim abgelehnten Projekt Neufeld. Das wird die Baulobby freuen, da kann sie kräftig Geld verdienen. Aber freut dies auch uns Bewohner? Wollen wir die Stadt wirklich so zubetonieren? Wollen wir unsere Identität nun komplett verlieren? Ich stimme jedenfalls am 26. November Nein zum Reglement über die Planung und Erstellung von Hochhäusern.

Heinz Gross, Zug

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