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Lesermeinungen zum Hochhausreglement

Zur Abstimmung vom 26. November in der Stadt Zug über das Hochhausreglement

Die aktuelle Debatte um das Hochhausreglement erstaunt mich sehr. Dass die Meinungen über Detailbestimmungen auseinandergehen, war zu erwarten. Gewiss kann man geteilter Meinung sein, ob eine Vorgabe über die Grösse eines Grundrisses oder das Seitenverhältnis wirklich in ein solches Gesetz gehören oder nicht besser in die Ausmarchung zwischen Planern und Behörden bei konkreten Projekten. Um solche Details geht es den Gegnern des Reglements aber offenbar nicht. Sie führen nicht nur einen Kampf gegen Hochhäuser, sondern gegen Neubauten und Investitionen an sich. Zur Debatte steht die zukünf­tige Entwicklung der Stadt, wobei über «böse» Investoren und die Unternehmer insgesamt hergezogen wird. Arbeitsplätze und günstige Wohnungen werden einfach ausge­blendet, weil auch dies nur «mehr Leute und mehr Verkehr» bringe.

Als Präsident der Wirtschaftskammer lässt mich diese Kritik nicht kalt. Im Gegenteil. Sie erfüllt mich mit Sorge. Es kann uns nicht gleichgültig sein, wenn ein Unternehmen wie Biogen für den Bau einer neuen Hightech-Fabrik in einen anderen Kanton ausweichen muss. Zudem ist es alles andere als selbstverständlich, wenn die V-Zug ein Technologiecluster oder Siemens gar eine neue Fabrik mitten in der Stadt Zug bauen. Vergessen wir nicht: Unser Wohlstand beruht auf Investitionen früherer Generationen. Damit in unserer Stadt auch weiterhin in die Zukunft investiert werden kann, braucht es am 26. November ein Ja zum Hochhausreglement. Es setzt hohe Hürden und enge Gebietsgrenzen und lässt gleichzeitig eine massvolle Entwicklung der Stadt zu. Insgesamt handelt es sich um eine vernünftige Lösung. Sie lässt der Stadt gute Entwicklungsmöglichkeiten sowie die Luft zum Atmen.

Andreas Umbach, Präsident Zuger Wirtschaftskammer, Zug

Die Plakate und Kommentare zum neuen Hochhausreglement lassen vermuten, dass es den Gegnern nicht um die Details dieser sorgfältigen Regulierung geht. Auch wenn sie dies behaupten, wollen sie in Wirklichkeit kein besseres Reglement, sondern schlicht keine Bauten von über 30 Meter, ja am liebsten möglichst überhaupt keine neuen Gebäude mehr. Ihr Motto heisst wie vormals im rot-grünen Zürich: Die Stadt ist gebaut! Das persönliche Idyll soll nicht gestört werden, nicht durch neue Arbeitsplätze oder neue Wohnungen, und schon gar nicht durch neue auswärtige Leute. Gerade in der älteren Generation ist dieser Hang zum Status quo verbreitet. Und je wilder es auf der Welt zu und her geht, desto stärker klammert man sich an die vertraute Umgebung.

Ist es aber gegenüber der jüngeren Generation fair, wenn wir jetzt einfach das Ende des wirtschaftlichen Wachstums beschliessen und damit auch den Kindern und Grosskindern die Chancen auf einen Job und Wohnraum beschneiden? Ist es okay, dass wir an unserer Welt bauen (und vor allem auch investieren!) durften, während die Jungen sich mit dem begnügen müssen, was ihnen die Älteren zubilligen? Seit jeher haben alle Generationen ihre Bauwerke hinterlassen, und nicht alle davon würde man auch heute noch so hinklotzen. Und doch sind gerade die Wohnblöcke und Hochhäuser der 60er- und 70er-Jahre für viele nun zur Heimat geworden. Und wenn uns nun die Gegnerschaft weismachen will, dass neue Einwohner in ihrer heilen Welt nur stören würden, dann lässt das tief blicken, und ich frage mich schon, welches Menschenbild da vorhanden sein muss. Ich glaube, dass gerade wir privilegierten Baby-Boomer die Gesetze so gestalten sollten, dass auch in Zukunft ein geordnetes und sanftes Wachstum möglich ist und die Stadt auch weiterhin Luft zum Atmen hat. Dass es dafür auch Häuser von 30 und mehr Metern braucht, liegt einfach auf der Hand. Wer auf lange Sicht unsere Grün­flächen, die Allmende, die Ufer, die Bauernhöfe, ja die Lorzenebene überhaupt schützen will, kommt nicht darum herum, in die Höhe zu bauen. Damit dies in einer gut aus­tarierten Weise geschieht, sollten wir am 26. November unbedingt ein Ja in die Urne legen.

Urban Keiser, dipl. Zimmermeister, Zug

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