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Lesermeinungen zur Abstimmung zur Zukunft der Schule Finstersee

«Die Argumente liegen auf dem Tisch», Ausgabe vom 1. Februar

Zur Beurteilung eines Schulstandortes in einem Dorf gehö­ren mehrere Hauptkriterien, die in einer Gesamtbeurteilung zu betrachten sind. Auf drei davon gehe ich hier kurz ein: die wirtschaftliche Bedeutung für das Dorf, die Schule mit den Schülerzahlen, den Finanzhaushalt. Die nachfolgenden Fakten beruhen auf den gemeindlichen Angaben, den Aussagen des Gemeindepräsidenten und der Finanzchefin am Podium vom 30. Januar sowie der Aussage des Rektors, «dass Finstersee pädagogisch eine hervorragende Schule» sei.

Schülerzahlen in Finstersee: Im Schnitt über die letzten 20 Jahre gerechnet besuchten 17 Kinder die Schule, und die Aussichten über die nächsten Jahre liegen ähnlich hoch. Dies liegt über der Mindestzahl von 12 Kindern.

Finanzielle Entwicklung der Gemeinde: 2006 wurde über die Ortsplanungsperiode, welche für 15 bis 20 Jahre gilt, abgestimmt. Dabei wurde u.a. die Zone des öffentlichen Interesses in Finstersee festgelegt, welche im Speziellen mit dem Schulstandort begründet wurde. Dieser Volksentscheid erfolgte im Wissen um die schwierige Finanzsituation der Gemeinde.

Vergleich: 2006 betrug das Eigenkapital der Gemeinde rund 7,8 Millionen Franken, heute sind es rund 25 Millionen. 2006 betrug das Fremdkapital («Schulden») der Gemeinde rund 18 Millionen, heute sind es noch rund 8 Millionen Franken.

Sanierungskosten der Schulgebäude in Finstersee: (Schule, Wohnung, Mehrzweckraum, div. Einstell-, Lagerräume, Dorfelektrozentrale des EW). Während rund 20 Jahren wurden praktisch «null» Unterhalts-, Erneuerungsarbeiten am Objekt gemacht, obwohl dies Pflicht eines Liegenschaftseigentümers ist.

Eine reine Sanierung von 1,7 Millionen Franken im Rahmen der bestehenden Raum- und Nutzungssituation wäre Geldverschwendung, denn Nutzungsform und Grösse müssten zuerst bekannt sein. Unsere baufachlichen Abklärungen haben ergeben, dass eine sanfte Sanierung der Gebäulichkeiten, (Schul- und Nebennutzungsanteile) in der Grösse von 900 000 Franken läge.

Eine Erneuerung des Gebäudes muss mit oder ohne Schule gemacht werden. Die Finanzchefin bestätigte, dass die 1,7 Millionen Franken keinerlei Auswirkungen haben auf höhere Steuern oder auf den Finanzausgleich des Kantons.

Kosten im Schulstandortvergleich: Gemäss Bericht der Schulraumplanung betragen die Kosten für Unterhalt, resp. Mietkosten jährlich pro Schulklasse an den Standorten Finstersee 5500, Marianum 24 600, Eu 29 400 Franken. Folgekosten für die Bevölkerung Finstersee – die Gemeinde: Grobe Einschätzungen ergeben, dass die Liegenschaften ohne Schule in Finstersee am Markt in zweistelliger Millionenhöhe entwertet würden. Das wiederum würde bedeuten: höhere Hypothekarzinsen und höhere Mietzinsen.

Nachfolgeregelungen in den vielen Unternehmungen und landwirtschaftlichen Betrieben würden immer schwieriger. Die Folge daraus: Abwanderung, weniger Unternehmertum, weniger Lehrstellen, weniger Steuereinnahmen etc.

Finanzielles Fazit: Warum wird uns vom Gemeinderat die Schulschliessung als zwingend notwendige Sparmassnahme «verkauft» und immer mit 1,7 Millionen Franken argumentiert, was so im Zusammenhang nicht stimmt?

Die Fakten des Gemeinderates sind unfair und täuschen über die Kostenwahrheit hinweg. Mit einem Ja würde nicht gespart, im Gegenteil, es würde letztlich mehr kosten. Weitere Entwicklungsmöglichkeiten würden gestoppt mit der Folge, dass dies die Gemeinde mittel- bis langfristig viel Geld und noch mehr Image kosten würde. Aus dieser ganzheitlichen Sicht gehört am 4. März ein Nein zur Schulschliessung in die Urne.

Ken Eales, Finstersee

Warum sollte man alles zentralisieren, «bündeln»? Und nun gar auch noch die Schule, wo doch jedes Kind individuell wahrgenommen werden sollte. Und wo bliebe, auf Menzingen bezogen, die in der Schweiz föderal verbindende Einheit in der Vielfalt? Menzingen hat drei Ortsteile, und alle haben, der eigenen Entwicklung entsprechend, ihre Stärken: Edlibach mit seiner wunderschönen Wohnlage, mit Familien und nicht mit abgehobenem Villenquartier, zentral gelegen und verkehrsmässig gut erschlossen. Finstersee ein idyllisch gelegenes Dörfchen, das von und mit seiner aktiven Gemeinschaft lebt. Und Menzingen, das die ganze Gemeinde repräsentiert, seine Vielfalt, seinen Ruf als Bildungsstandort und dem Willen, sich auch in Zukunft weiterzuentwickeln. Da würde eine Schulschliessung hinten in Finstersee ganz bestimmt ganz Menzingen schaden. Kann man sich vorstellen, was geschehen würde, wenn in Edlibach die Busverbindung gestrichen würde? So muss man sich Finstersee vorstellen, wenn dort die Schule schliessen würde. Tragen wir darum Sorge zu unsern Stärken, zu unserer Vielfalt und zu unserem Gemeinsinn.

Liebe Stimmbürgerin, lieber Stimmbürger, wenn Sie dann den Stimmzettel vor sich haben, tun Sie darum gut daran, sich die Frage zu überlegen, ob Sie nun gleich den ganzen Schulstandort Finstersee aufheben wollen. Wenn Sie dem nicht zustimmen wollen, dann müssen Sie mit Nein antworten, denn nur mit einem Nein wird die Schule Finstersee nicht geschlossen und so die Vielfalt in unserer Gemeinde gestärkt.

Es gibt auch keinen pädagogischen Grund, die Schule Finstersee zu schliessen. Auch ökonomisch gedacht würde am falschen Ort gespart. Unsere Gemeindefinanzen haben sich in den letzten zwei Jahren auch langsam erholt. Da wäre eine Schulschliessung voreilig und ohne Weitsicht. Insbesondere da mit den in Finstersee wohnenden Kindern die Klassengrössen mit vierzehn Schulkindern für die nächsten vier Jahre über der Mindestgrösse von zwölf liegen. Hoffen wir, dass dies weiterhin so bleibt und weder Finstersee noch Menzingen vom Aussterben bedroht wird.

Josef Marty, Lehrer, alt Kantonsrat, Menzingen

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