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Lesermeinungen zur kantonalen Initiative für bezahlbaren Wohnraum

Zur kantonalen Abstimmung vom 21. Mai über die Initiative «für bezahlbaren Wohnraum»

Liebe CVP-Wählerin, lieber CVP-Wähler. Ich verstehe die meisten Ihrer Ansichten und teile auch viele. Ich kann auch nachvollziehen, wenn Sie sich am Plakat, das für ein Ja zur Wohnraum-Initiative warb und inzwischen aufgrund einer richterlichen Verfügung entfernt wurde, gestört haben. Das Plakat war durchaus provokant und spielte auf den Mann bzw. auf die Herren Regierungsräte Tännler und Michel. Auch wenn das Kontraplakat der CVP weder provokant ist noch auf den Mann spielt, finde ich, sollten wir uns daran stören. Es wird da nämlich behauptet, einmal mehr würde der Mittelstand bei einer Annahme der Initiative für bezahlbaren Wohnraum bezahlen. Bitte was? Wenn innert 20 Jahren 20 Prozent der Wohnungen auf Basis der Kostenmiete bezahlbar sind, schadet das dem Mittelstand? Andersrum gesagt, wenn nur noch mit 80 Prozent der vermieteten Wohnungen, anstelle der heute 95 Prozent, horrender Gewinn gemacht werden kann, ist das zum Nachteil des Mittelstandes? Nicht wirklich, das wissen wir beide. Im Gegenteil, gerade der Mittelstand profitiert von dieser Initiative. Auch die Macher des Plakates wissen das wahrscheinlich. Dennoch, sie blasen ins selbe Horn wie etwa jener Jungfreisinnige, welcher an einem Podium zur Initiative, als es darum ging, dass das Wirtschaftsmagazin «Bilanz» unseren Kanton als «Paradies für Reiche und Alte» betitelte, lapidar meinte, «Reiche» seien ja gut. Verstehen Sie mich nicht falsch, Zug darf durchaus auch ein Kanton für Reiche sein und für ältere Menschen allemal. Trotzdem sollte der Kanton eben auch Wohnraum für Normalverdienende, Familien mit Kindern und junge Erwachsene bieten. Keine dieser Gruppen, für die es eben auch Platz haben sollte, kann sich eine der vielen teuren Wohnungen leisten, die derzeit in unserem Kanton angeboten werden. Die Initiative hält ausserdem der Entwicklung entgegen, dass immer mehr Einheimische den Kanton verlassen müssen und Zug rein gar nichts mehr «Heimeliges» an sich hat. Darum, wehren wir uns gegen diese falsche Behauptung, die Initiative würde dem Mittelstand schaden! Dies tun wir am besten, indem wir, nein, keine richterliche Verfügung erzwingen, sondern dadurch, dass wir am 21. Mai Ja zu bezahlbarem Wohnraum sagen. Es geht nicht darum, jemandem eins auszuwischen, sondern unseren Kanton innerlich zu stärken und zu erhalten.

Mara Landtwing, Zug

Das seit 25 Jahren geltende Wohnraumförderungsgesetz hat die erhoffte Wirkung nicht erreicht. Das zeigt sich heute insofern, dass im Kanton Zug die höchsten Mietzinse der Schweiz bestehen. Es ist höchste Zeit, bei diesem Thema mehr Gegensteuer zu geben, damit alle Generationen eine Chance haben, im Kanton wohnen bleiben zu können. Nur so wird weiterhin der Zusammenhalt in den Quartieren und Dörfern erhalten bleiben.

In Zukunft werden nicht nur Junge und Familien auf der Suche nach einer bezahlbaren Bleibe sein, sondern auch ältere und alleinstehende Menschen. Da im Alter langfristig weniger Geld zur Verfügung stehen wird, versucht man, mit einem Wohnungswechsel die hohen Wohnkosten zu senken. In den nächsten Jahren werden die Babyboomer-Jahrgänge in Pension gehen, und aufgrund dieser demografischen Entwicklung braucht es in Zukunft mehr preisgünstige Wohnungen. Mit einem Ja am 21. Mai schaffen wir ein Instrument für bezahlbaren Wohnraum, um die Zielsetzung «20 Prozent bezahlbarer Wohnraum in 20 Jahren» anzupacken und konsequent umzusetzen.

Hanni Schriber-Neiger, Kantonsrätin Alternative-die Grünen, Rotkreuz

Obwohl der Regierungsrat mit seiner Klage die Befürworterinnen und Befürworter der Wohnraum-Initiative mundtot machen will, spricht das Volksbegehren ein extrem wichtiges Thema an. Die Wohnraum-­Initiative stoppt nämlich den sozialen Verdrängungsprozess der unteren und mittleren Schichten. Ob jung oder alt, viele Zugerinnen und Zuger können schlicht nicht mit den Preisen auf dem überteuerten Immobilienmarkt mithalten und werden so in benachbarte Kantone vertrieben. Da ich ein lebendiges und offenes Zug will, stimme ich am 21. Mai Ja zur Initiative für bezahlbaren Wohnraum.

Ilenia Di Berardo, Steinhausen

Der Titel der Initiative «Ja zu bezahlbarem Wohnraum» klingt soweit vernünftig. Es ist aber nicht so, dass der Kanton und die Gemeinden dies in der Vergangenheit nicht schon gemacht hätten. Seit 1992 fördert die öffentliche Hand den bezahlbaren Wohnraum. Ein Beispiel für die aktive Diskussion der öffentlichen Hand war in jüngster Vergangenheit der Bebauungsplan Unterfeld, welcher von denselben Parteien bekämpft wurde, welche nun hinter dieser Initiative stehen. De facto werden also Massnahmen verhindert, welche im Sinne dieser Initiative sind, um bei nächster Gelegenheit das Schlagwort «bezahlbaren Wohnraum» politisch wieder auf den Tisch zu bringen. Rein schon diese Tatsache zeugt weder von Ursachen- noch von Sachpolitik. Weiter wird bei dieser Initiative gefordert, dass «in 20 Jahren mindestens 20 Prozent des Wohnungsbestandes nach Grundsätzen des preisgünstigen Wohnungsbaus oder der Kostenmiete vermietet werden». Was bedeutet eine solche Forderung für unseren Kanton, welcher angewiesen ist auf einen gut funktionierenden Wohnungsmarkt? Es ist absehbar, dass nur noch Wohnungen im luxuriösen- oder im preisgünstigen Segment erstellt werden. Die öffentliche Hand müsste zu drastischen Regulierungs- und Finanzierungsmassnahmen greifen, um der Forderung von 20 Prozent gerecht zu werden. Der Wohnungsmarkt würde stark eingeschränkt und mögliche Investoren im Vornherein abgeschreckt. Benachteiligt wären wiederum der Mittelstand sowie das regionale Gewerbe. Doch genau zu diesem muss in Zukunft wieder mehr Sorge getragen werden, als dass es in der Vergangenheit gemacht wurde. Aus diesen Gründen stimme ich überzeugt gegen diese linke Zwängerei.

Michael Arnold, Präsident FDP Baar, Baar

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