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Leserstimmen um das Hochhausreglement der Stadt Zug

Zur Abstimmung vom 26. November in der Stadt Zug über das Hochhausreglement

Als jemand, der täglich an der Verkaufsfront steht, bin ich einigermassen schockiert, wie wenig wirtschaftliche Argumente in der Hochhaus-Diskussion zählen. Die Immobilienwirtschaft steht aus linker Sicht ohnehin unter Generalverdacht. Und Investoren werden hier in Zug scheint’s immer mehr als Missetäter angesehen, denen man einen allfälligen Gewinn am besten gleich abschöpfen sollte. Nur so lässt sich die erstaunliche Geschichte des Hochhausreglements erklären. Denn seit dem Hochhaus­leitbild von 2010 wurden die Zonen, in denen Häuser, von über 30 Metern möglich sein sollten, wesentlich verkleinert – nicht ausgeweitet, wie es uns die SP und die Alternativen auf ihren Horrorflyern weismachen wollen! Im Interesse der Rechtssicherheit stimmten die bürgerlichen Parteien der Vorlage des Stadtrates vor einem Jahr trotzdem zu. Aber zwischen der ersten und zweiten Lesung wurde dieser vernünftige Entwurf in einer Nacht-und-­Nebel-Aktion in ein Verhinderungsreglement umgebaut. Weil wir angeblich keine Wohnungen und Arbeitsplätze mehr brauchen. Letztere sollen wir gemäss einem Flugblatt für die Nein-­Parole den Osteuropäern und den Entwicklungsländern «gönnen» – Arbeitsplätze stören ja bloss die Ruhe in unserem idyllischen Städtchen! Ich bin zuversichtlich, dass die Zuger und Zugerinnen noch genug ökonomischen Verstand besitzen, um solchen naiven und gefährlichen Vorstellungen mit einem Ja zum Reglement eine Abfuhr zu erteilen. Aber ich hoffe sehr, dass sie am nächsten Wochenende auch wirklich stimmen gehen!

Jürg Messmer, Gemeinderat, Kantonsrat SVP, Mitglied der Bau- und Planungskommission, Zug

Die Oberwiler mit ihren Tobleronebauten haben sich erfolglos gegen die Strahlenlobby gewehrt. Josef Arnold zeigt nun in seinem Leserbrief eindrücklich weitere Beispiele. Mit einem Nein gegen das Hochhaus-­Verdikt können sich die Zuger Bewohner endlich dagegen wehren, gegrillt zu werden. Leider ist unter den Befürwortern kein einziger Funkamateur, der begreift, dass Wolkenkratzer, welche höher als das V-Zug-Lager sind, ähnlich einer Splitterbombe weitherum streuen. Die Werte der Wasserqualität sind auf dem Internet abrufbar, die hinterlistige Strahlenverteilung ist aber geheim.

Nun kommt die neue Antennengeneration, und es muss massiv stärker gestrahlt werden, um die Hochhaus-Schluchten auszuleuchten. Was mich besonders überrascht, ist der Datenschützer. Für ein paar Kameras beim Gubelloch wird ein grosser Aufwand betrieben, während von den Hochhäusern beliebig in alle Wohnungen der Umgebung gegafft werden kann. Noch schlimmer, jetzt gibt es schon die ersten Proto­typen von Kameras, welche durch Vorhänge hindurch gucken können wie bei einem Ultraschalluntersuch.

Tony Stocklin, Steinhausen

Als Projektleiter in der IT weiss ich, dass die Digitalisierungswelle unser Leben total verändern wird. Aber wie dies geschehen wird und welche Branchen und Berufe als nächste betroffen sind, kann ich nicht sagen. Die Unsicherheit ist gross. Was tut man in so unsicheren Zeiten? Die Antwort ist eigentlich einfach: Wir versuchen möglichst flexibel und offen zu bleiben, um für viele Entwicklungen gerüstet zu sein. Genau diese Absicht verfolgte die Stadt mit dem Hochhausreglement. Ein vernünftiger Rahmen, der klare Grenzen setzt (keine Hochhäuser am See, keine in der Altstadt, Neustadt, am Hang und in der Ebene!), aber trotzdem einen gewissen Spielraum für höhere Bauten im Bereich der Baarerstrasse lässt. Es ist nicht nachvollziehbar, warum die Gegner des Reglements diese offene Haltung nun mit einem Hochhaus-Verhinderungsreglement torpedieren wollen. Abschotten und Einfrieren war in schwierigen Zeiten noch nie eine Lösung. Wenn sich ein Unternehmen der Digitalisierung verschliessen würde, wäre dies der sichere Untergang. Auch der Stadt Zug können wir eine solche Politik der Angst nicht zumuten. Deshalb gibt es am 26. November nur ein klares Ja zum Hochhausreglement.

Bruno Zimmermann, Vizepräsident Grosser Gemeinderat, SVP, Zug

Bevor Sie ein Ja oder Nein auf Ihren Abstimmungszettel schreiben, studieren Sie bitte das Büchlein zum Reglement für zukünftige Hochhäuser in der Stadt Zug etwas genauer. Lassen Sie sich nicht täuschen durch die Luftaufnahme auf den Seiten 6 und 7 der Stadt Zug. Es ist nicht ein sehr kleines Gebiet, auf dem gemäss dem neuen Reglement zukünftig neue Hochhäuser zulässig sind. Beinahe die Hälfte des eingezonten flachen Gebietes wird für Hochhäuser freigegeben. Die verschiedenen Visualisierungen einer zukünftigen Stadt Zug mit Hochhäusern kommen der Wirklichkeit sehr nahe. Darum empfehle ich Ihnen, das Hochhausreglement abzulehnen.

Werner Zeberli, Zug

Allem Anschein nach neigt eine gewisse Gilde von Zuger Politikern aus dem GGR zu Grössenwahnsinn und massloser Übertreibung, indem sie unbedingt ein völlig überladenes Hochhausreglement vor dem Volk durchbringen will, welches die bisherige Bauordnung ignoriert und sich nicht einmal auf Empfehlungen von Spezialisten (Raumplaner, Geologen etc.) sowie Fachgremien (Bau- und Planungskommission) abstützt. Zudem preisen besagte Befürworter dies mit dem Slogan «mehr Luft für Zug» an, was man ganz unterschiedlich interpretieren kann! Die Luftqualität lässt ja bereits heute sehr zu wünschen übrig, nebst den damit verbundenen ungelösten Infrastruktur-Problemen (Verkehr etc.).

Die federführende Partei spielt dabei eine sehr widersprüchliche Rolle, wenn man bedenkt, dass ihre Mutterpartei sich einst für die MEI stark- machte, die bis heute nicht umgesetzt wurde (Verfassungsbruch). Die Zuwanderung von ausländischen Arbeitskräften (sog. Expats), die die einheimische Bevölkerung immer mehr vom 1. Arbeitsmarkt verdrängt, ist bereits heute ein riesengrosses Problem. Zug hat schon heute schweizweit einen der prozentual höchsten Ausländeranteile!

Es scheint, als möchte ein bestimmter Teil unserer Volksvertreter ein 2. Silicon Valley (Crypto Valley) in Zug errichten, indem man internationale Firmen – hauptsächlich im Finanzsektor/digitale Währung etc. – anlockt, die mit zum Teil dubiosen Geschäftspraktiken unserer Region vermeintlich zum Aufschwung verhelfen sollen.

Vielmehr rücken diese uns international zunehmend in ein immer schlechteres Licht und schaden letzten Endes dem Ruf des Wirtschaftsstandorts Zug mehr, als dass sie einen nachhaltigen Nutzen bringen würden. Der nächste Börsencrash kommt bestimmt und mit ihm u. a. die gefürchtete Immobilienblase etc.

Wehret den Anfängen! Darum ein entschiedenes Nein zum Hochhausreglement!

Mattias Derungs, Zug

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