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Liest man hier eine versteckte Sympathie für die Initiative heraus?

Zur eidgenössischen Abstimmung vom 4. März über die No-Billag-Initiative

Kaum ein Tag, an dem in der «Zuger Zeitung» oder «Zentralschweiz am Sonntag» nicht ein Beitrag über jene Initiative erscheint, über die erst in zwei Monaten abgestimmt wird. Zwei Dinge fallen auf: Einerseits eine versteckte bis offene Sympathie für dieses die bisherige Medienvielfalt gefährdende Volksbegehren und andererseits minimalste Kenntnisse betreffend das Produzieren von einzelnen TV-Sendungen oder gar eines täglichen Vollprogramms.

Unter dem Titel «An die Wand» nimmt sich in einem langen Leitartikel Pascal ­Hollenstein am 28. Dezember vorerst einmal die beliebte Bundesrätin Leuthard vor, deren bisherige Medienpolitik angeblich zu dieser angeblichen Krisenlage wesentlich beigetragen hätte (Bildlegende: «Handelt Medienministerin Doris Leuthard nicht entschlossen, so droht der grosse Knall»). Stimmung gegen «die da oben in Bern» lohnt sich bekanntlich immer, besonders bei wenig politisch Informierten. So sieht denn der Autor den angeblichen «Koloss SRG wackeln» und gibt heimlich hoffend mit «und jetzt brennt also die Lunte» noch einen obendrauf.

Am 30. Dezember schwadroniert der Direktor des Gewerbeverbandes von einer beschränkten staatlichen und somit auch finanziellen Förderung gewisser einem «öffentlichen Bedürfnis dienenden» Sendungen. Bestimmt aber denkt er dabei nicht an einen «Kassensturz» oder eine «Rundschau» (nur nebenbei: Ähnliche Sendungen in ARD und ZDF sind da wesentlich kritischer). Und sonst würde – wir wissen ja, wie das dann so läuft – «der Markt alles regeln».

In der «Zentralschweiz am Sonntag» vom 31. Dezember wird unter dem Titel «Tagesschau-Abo für 1080 Franken?» mit den verschiedensten Kosten kalkuliert. In jedem Falle ginge dies nur über ein Pay-TV-Abonnement, welches inklusive ein paar weiterer Informationssendungen vermutlich auf ein eher geringes Interesse beim Publikum und vor allem auch der Werbeindustrie stossen würde. Auch wenn eine solche nur ein paar hundert Franken kosten würde, könnte diese leicht einmal teurer werden als das ganze bisherige SRG-Angebot.

In keinem der drei Beiträge ist also von einer ernstzunehmenden Nachfolgeorganisation der SRG die Rede. Hauptsache: zuerst ein Trümmerfeld! Denkt man da stattdessen etwa gar an minimale Schweizer Fenster wie in den rein kommerziellen Programmen von RTL oder SAT 1? In Deutschland liegen diese bezüglich Einschaltquoten klar hinter ZDF, ARD und deren Regionalprogrammen. Warum wohl? Ganz einfach, weil man dort von den viel zu häufigen Werbeunterbrechungen und dem allzu bescheidenen Niveau dieser rein kommerziellen Programme längst genug hat.

Urs Diethelm, Zug

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