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Leserbrief

Luzerner Tierbestände zu verteufeln, ist der falsche Weg

«Umweltschützer nehmen Gülle ins Visier», Ausgabe vom 29. Juli

Einmal mehr etwas undifferenziert wird im Beitrag über den Zustand der Schweizer Seen, Düngung und Tierbestände berichtet. Grundsätzlich ist Gülle ein natürlicher und wertvoller Dünger, der Kreisläufe schliesst, und ökologisch deutlich besser ist als der Einsatz von importiertem Kunstdünger.

Gülle darf nur in solchen Mengen eingesetzt werden, wie die Pflanzen Nährstoffe aufnehmen können. Werden auf Betrieben mehr Tiere gehalten oder mehr Gülle produziert als dem Flächenbedarf entspricht, so muss diese vom Betrieb weggeführt werden. Dies haben die Bauern mit der jährlichen Nährstoffbilanz zu belegen, und dies wird auch kontrolliert. Tierbestände reduzieren zu wollen, um das «Gülleproblem» zu lösen, ein falscher Ansatz.

Fakt ist, dass sich dank grossen Anstrengungen auch seitens der Landwirtschaft der Zustand der Luzerner Mittellandseen, so des Sempacher- und Baldeggersees, in den letzten Jahrzehnten deutlich verbessert hat. Die Zielwerte von 30 Milligramm pro Kubikmeter beim Phosphorgehalt sind gar deutlich unterschritten. In der Tat gelangt aber noch immer zu viel Phosphor in die Seen, wobei die Ursachen unklar sind. Genau deswegen laufen nun Forschungsstudien. Klar ist, dass nicht nur Phosphor aus landwirtschaftlichen Quellen in Gewässer gelangt, sondern auch aus Siedlungsabwässern: Weil vielerorts noch Trennsysteme fehlen, werden bei grossen Regenfällen Meteorwasser und Fäkalwasser aus Überläufen in unsere Gewässer geleitet, da die Kläranlagen diese Mengen gar nicht bewältigen können. Die Landwirtschaft ist bereit zu weiteren Massnahmen für noch bessere Gewässerqualität – wir haben schon weltweit das beste Trinkwasser, auch aus unseren Seen. Einseitig die Gülle oder die Luzerner Tierbestände zu verteufeln, ist aber der falsche Weg.

Jakob Lütolf, Wauwil, Präsident Luzerner Bäuerinnen- und Bauernverband

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