Leserbrief
Man muss das Rentenalter an die Lebenserwartung anbinden

«Frauen sollen bis 65 arbeiten», Ausgabe vom 10. Juni

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Mit dem Entscheid des Nationalrats, das Frauenrentenalter zu erhöhen, spart die AHV 1,4 Milliarden Franken pro Jahr. Das ist erfreulich. Leider ist das AHV-Loch damit noch längst nicht saniert. Der AHV fehlen 200 Milliarden Franken bis ins Jahr 2045. Nun gibt es von links bis rechts kreative Ideen, um an Geld zu kommen. Man will zum Beispiel die Gelder der Nationalbank anzapfen. Diese Scheinlösungen sind meines Erachtens kaum nachhaltig. Eine nachhaltige Lösung liegt in der Anbindung des Rentenalters an die Lebenserwartung. Dabei benötigt es keinen radikalen Ansatz, wie ihn einige andere Länder haben. Das Rentenalter steigt in Holland oder Dänemark bis 2050 auf über 70 Jahre. Zwei Länder, die für die besten und nachhaltigsten Vorsorgesysteme bekannt sind. Für die Schweiz wäre eine Erhöhung auf das Rentenalter 66 für Mann und Frau bis 2032 bereits sehr effektiv. Anschliessend benötigt es eine Anbindung an die Lebenserwartung, und die AHV ist nachhaltig saniert. Wie soll das funktionieren? Steigt die Lebenserwartung, erhöht sich auch das Rentenalter automatisch. Aber nicht parallel zur Lebenserwartung, sondern mit dem Faktor 0,8. Erhöht sich die Lebenserwartung also bis 2050 beispielsweise um zwei Jahre, würde das Rentenalter lediglich um 19 Monate ansteigen. Neue Steuern und Umverteilungen wären somit obsolet. So fordern es die Jungfreisinnigen mit der Renteninitiative.

Matthias Erni, Präsident Jungfreisinnige Kriens