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Leserbrief

Matura: Wir sollten unseren Jugendlichen Türen weit öffnen

«7538-fache Berufswelt», Ausgabe vom 14. Juli

Woher kommen unsere künftigen CEO? Werden es auch zukünftig unsere Maturandinnen und Maturanden sein? Zurzeit sind mehr als die Hälfte der ordentlichen Professorenstellen an den Universitäten in Zürich mit ausländischen Arbeitskräften besetzt, in den Führungsetagen der führenden SMI-Konzerne beträgt der Ausländeranteil genau 50 Prozent. Und der Anteil vor allem deutscher Chefärzte in manchen Spitälern beläuft sich auf bis zu 80 Prozent. Wo sind die Schweizer Hochschulabsolventen, die diese Stellen auch besetzen könnten? Schaut man sich die landesweite Maturitätsquote von 20 Prozent an, wird klar, dass es einfach nicht genug Kantonsschulabsolventen gibt, trotz der noch hinzukommenden Absolventen von Berufs- und Fachmatura. Bildungspolitiker bezeichnen diese Quote seit Jahren als richtige Grösse, um einen Qualitätseinbruch an den Hochschulen zu verhindern.

Angesichts zunehmender Internationalität und verbesserter Zugangsmöglichkeiten ausländischer Studenten geraten die Schweizer Maturanden zunehmend ins Hintertreffen: In Deutschland machen 50 Prozent der Jugendlichen das Abitur. Deutsche Schüler erreichen das Abitur auch, wenn sie im Durchschnitt eine ganze Note schlechter sind als die Schweizer Schüler. Deutsche Abiturienten kommen vermehrt an Schweizer Hochschulen, da es hier – bis auf den Studiengang Humanmedizin – keinen weiteren Numerus clausus gibt.

Abiturienten aus Deutschland geniessen bei Schweizer Betrieben einen sehr guten Ruf: Beim Pharma-Unternehmen Novartis in Basel kommen mittlerweile bis zu 30 Prozent der Lernenden aus dem Nachbarland. Immer mehr deutsche und ausländische Abiturienten schaffen es auch an Schweizer Spitzenhochschulen wie an die Wirtschaftsuniversität in St. Gallen oder die ETH Zürich. Deshalb mein Appell an unsere Bildungspolitiker: Ist das Festhalten an dieser historisch erklärbaren Maturaquote noch sinnvoll? Auch mit einer Matura muss man nicht zwangsweise ein Studium aufnehmen, die vorbildliche Schweizer Berufslehre steht auch Maturandinnen und Maturanden offen. Und keinesfalls muss jeder CEO oder Chefin werden. Aber wir sollten unserer einheimischen Jugend möglichst alle Türen breit öffnen und sie nicht – zu Gunsten eines nicht mehr zeitgemässen Bildungsmodells – draussen stehen lassen.

Petra Sewing Mestre, Rothenburg

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