Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Mehr als nur «gesellschaftliches Hintergrundrauschen»

Zu einem Vorfall an einem öffentlichen Veloabstellplatz an einem Zuger Bahnhof
Sahil Puri, Rotkreuz

An einem dieser trüben und kalten Februar-Wochenenden kam es wieder einmal zu einem typischen Vorfall an einem öffentlichen Veloabstellplatz an einem Bahnhof im Kanton Zug. Von Samstag auf Sonntag (während die betroffene Person bei Freunden zu Besuch war) wurde das Schloss an einem nigelnagelneuen Mountainbike aufgeschnitten. Als der Betroffene zurückkam, war das neue Velo weg und nur noch ein zerschnittenes Schloss am Veloständer auffindbar.

Auch wenn dieser Vorfall als «gesellschaftliches Hintergrundrauschen» abgestempelt werden könnte – ganz im Sinne von «das passiert eben ab und zu einmal» –, sollte man sich über folgende Punkte einmal gründlich Gedanken machen. Die Klimaerwärmung ist in vollem Gange, und dieses wissenschaftliche Faktum treibt immer mehr Menschen dazu, mit dem öffentlichen Verkehr und/oder mit dem eigenen Velo von A nach B zu gelangen. Schliesslich sind Elektrofahrzeuge noch nicht für jeden erschwinglich, und genügend Parkplätze und Steckdosen fehlen im öffentlichen Raum. Interessant wird es nun, wenn man das Velo am Bahnhof abstellen möchte, um mit dem Zug weiterzureisen. Und genau hier geschah das erwähnte Unglück: der Bahnhof Nord in Rotkreuz (stellvertretend für viele Bahnhöfe in der Schweiz) bildet ein zunehmend intensiviertes Drehkreuz zwischen dem Zugverkehr und der Suurstoffi (eine Überbauung der Zug Estates AG, welche sich die Null-CO2-Emission als Energiekonzept auf die Fahne geschrieben hat). Die Suurstoffi beherbergt zahlreiche internationale Grosskonzerne, inklusive der Hochschule Luzern für Informatik. Das eine Problem bei den Veloparkplätzen: Sie sind nicht videoüberwacht. Das andere Problem mit der Videoüberwachung: Die gesetzlichen Grundlagen fehlen für eine Umsetzung, wobei der Kantonsrat schon länger daran arbeitet. Es ist klar, dass diese Fragestellung ein kompliziertes Unterfangen darstellt, welches mit öffentlich- und privatrechtlichen Fragestellungen konfrontiert ist. Trotzdem scheint es möglich zu sein (ohne Zustimmung des Einzelnen), Überwachungssysteme in SBB-Zügen und ZVB-Bussen zu installieren. Ist es nun eine Frage des Geldes (im Kanton Zug) oder des Rechtes? Schliesslich sollte es im Interesse aller sein, einen sicheren Abstellplatz für sein Velo im Kanton Zug zu haben. Sicher ist – Velos sind (noch) nicht sicher vor potenziellen Dieben. Zumindest die privaten Velos nicht. Dies darum, weil seit einigen Jahren immer mehr Firmen öffentliche Fahrräder anbieten, die man innerhalb einer gewissen Zone miteinander teilen (Stichwort: «Sharing Economy») kann (z. B. die gelben O-Bikes in der Stadt Zürich, welche via App ausgeliehen werden können). Der Haken bei der Sache ist – private (gestohlene) Velos können problemlos via Online-Portal (z. B. tutti.ch oder ricardo.ch) verkauft werden, während ein öffentliches Velo wie ein O-Bike eher problematisch zu verkaufen wäre.

Trotz allem gibt es jedoch bereits eine elegante Lösung in Zug – und das seit 5 Jahren! Das Velohaus beim Bahnhof Zug umgeht die Videoüberwachung elegant, indem es ein Badge-System einsetzt. So haben Velobesitzer die Möglichkeit, sicher und zuverlässig ihr Velo im 24-Stunden-Betrieb einzustellen, ohne «Angst» haben zu müssen. Warum also kommen solche öffentlichen Beschaffungen nicht verbreiteter zum Einsatz im Kanton Zug (Frage an die Politik)? Schliesslich zahlen wir alle jedes Jahr viele Steuern, die sinnvoll eingesetzt werden könnten. Und dies zum Wohle aller! Schliesslich ist die Klimaerwärmung ein globales Problem, welches uns längerfristig teuer zu stehen kommen wird. Vielleicht würden noch mehr Menschen das Velo benutzen, wenn Velodiebstähle (auch ohne Videoüberwachung) in Zukunft elegant und endgültig verhindert werden könnten!

Sahil Puri, Rotkreuz

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.